Im ersten Teil des Doppel-Webinars erläuterte Matthias Tönnis von Munich Re die Grundvoraussetzungen und die Funktionsweise der neuen Fündigkeitsversicherung, die als Grundlage des Förderkredits Geothermie konzipiert ist. Der Experte des Rückversicherers gab in seiner Präsentation viele interessante Informationen zu den Anforderungen des neuen Förderprogramms, berichtete über erste Erfahrungen und beantwortete zahlreiche Fragen aus der Branche.
Laut Tönnis habe es schon in den ersten Wochen seit dem Start des Förderkredits Geothermie zahlreiche konkrete Anfragen gegeben. Tönnis betonte, dass nicht nur die klassische hydrothermale Tiefengeothermie, sondern auch die EGS-Technologie eine Fündigkeitsversicherung erhalten kann. Die Anfragen seien dabei nicht nur aus den Kernregionen der Tiefengeothermie in Deutschland, sondern aus zahlreichen Bundesländern gekommen. Es habe sich jedoch gezeigt, dass zahlreiche Anfragen zu einer Fürdigkeitsversicherung noch in einem viel zu frühen Stadium des Projekts gestellt wurden, so Tönnis.
Munich Re prüft in dem Förderprogramm, ob das Projekt auf Basis der Datenlage durchführbar und versicherbar ist. Der Rückversicherer legt die Absicherungsparameter wie auch die Höhe der Versicherungsprämie fest und sichert bei passender Datenlage 30 bis 70 Prozent der Darlehenssumme ab. Für den nicht abgesicherten Teil gewährt die KfW im Schadensfall – beispielsweise bei Nicht-Fündigkeit oder erfolgloser Bohrung – einen Teilschulderlass. So kann der Projektträger bis zu 100 Prozent des Bankkredits für Bohrkosten absichern.
Im zweiten Teil des Doppel-Webinars ist nun Mario Hattemer von der KfW-Bankengruppe zu Gast im "Blickpunkt Geothermie" mit Enerchange-Geschäftsführer Dr. Jochen Schneider. Unter der Überschrift „Finanzierung und Absicherung von Tiefbohrungen“ erläutert Hattemer das Programm, das Teil des Deutschlandsfonds ist, aus der Perspektive der bundeseigenen Förderbank. Im Anschluss an die Präsentation zur praktischen Umsetzung wird es erneut ausreichend Zeit für Fragen aus dem Kreis der Teilnehmenden geben.
Die KfW stellt pro Projekt Darlehen von bis zu 25 Millionen Euro mit einer maximalen Laufzeit von fünf Jahren zur Verfügung. Der Bund stellt Mittel für die Risikoabsicherung bereit. „Die Tiefengeothermie hat das Potenzial, einen substanziellen Beitrag für die klimaneutrale Wärmeerzeugung in Deutschland zu leisten – effizient und unabhängig von fossilen Energieträgern“, sagt Melanie Kehr, die für das inländische Fördergeschäft verantwortliche Vorständin der KfW.
Nach langem Warten gibt es seit dem 18. Dezember 2025 das umfangreiche Programm zur Förderung der Tiefengeothermie in Deutschland. Aufgrund der großen Bedeutung dieses Förderprogramms bietet die auf Tiefengeothermie spezialisierte Kommunikationsagentur Enerchange ein Doppel-Webinar mit Munich Re und KfW zu diesem Thema an.
Kostenfreie Anmeldungen zum zweiten Teil des Doppel-Webinars sind möglich unter diesem Link.
Enerchange