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Neue Gesetzgebung öffnet den Geothermiemarkt in der Toskana

11. Februar 2019

Eine Änderung in den Regularien für die Erschließung geothermaler Energiequellen in der Toskana kann neue Firmen zum Zuge kommen lassen. Bisher wird der Markt vom Konzern Enel Green Power beherrscht, der aber im Bereich der Hochenthalpiegebiete weiterhin dominant bleiben wird.

Aktuell ist Enel auf weiter Flur das einzige Unternehmen in der italienischen Geothermiebranche: 37 Geothermiekraftwerke betreibt der weltweit agierende Konzern mit Hauptsitz in Rom in der Toskana und deckt damit ein Drittel des Strombedarfs in der Region. Im toskanischen Städtchen Larderello wurde schon 1904 zum ersten Mal mittels der Geothermie Strom erzeugt. Seit 1913 betreibt Enel das dortige Geothermiekraftwerk.

In der Stromerzeugung wird Enel auch weiterhin marktbeherrschend bleiben, denn die neue Gesetzgebung umfasst nur Nieder- und Mittelenthalpieregionen. Dennoch eröffnet sie Chancen, dass auch andere Firmen in die Erschließung des geothermischen Potenzials einsteigen können. Nachfragen nach Konzessionen liegen schon vor, nun können diese geprüft werden.

Ein wichtiger Aspekt im neuen Gesetz ist die Umweltverträglichkeitsprüfung. Ein freier Markt bedeutet selbstverständlich nicht, dass überall gebohrt werden kann. Auch die technische und finanzielle Zuverlässigkeit der Unternehmen, die eine Aufsuchungserlaubnis beantragen, wird geprüft.

„Es wäre kein gutes Resultat des Gesetzes, wenn das Gebiet von kurzlebigen Firmen in einen Käse mit Löchern verwandelt würde“, kommentiert Carlo Giannoni, Bürgermeister der Ortschaft Monteverdi im Süden der Toskana. Er hofft auch, dass die Geothermieanlage in Piancastagnaio baldmöglichst genehmigt wird, denn das werde einen starken Impuls für Arbeitsplätze in der Region geben.

Der Umweltbeauftragte von Monteverdi, Carlo Macchioni, gibt ihm recht und verweist auf die zahlreichen Anfragen nach Konzessionen. „Vor diesem Gesetz konnte nur Enel eine neue Bohrung durchführen. Jetzt werden auch andere Firmen in diesem Gebiet einsteigen, allerdings beschränkt auf die Nieder- und Mittelenthalpie, während der Energieversorger Enel weiterhin die Hochenthalpie entwickeln wird.“ (kj)

Quelle: 

ThinkGeoEnergy

Beteiligte Firmen: 

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