Im ersten Schritt wird eine Gesellschaft zum Aufbau eines Geothermie-Fernwärmenetzes gegründet. Der voraussichtliche Name lautet „Energie Planegg und Martinsried GmbH“, wie es in einem aktuellen Bericht des Münchner Merkur heißt. Ab 2029 sollen die ersten Haushalte ans klimafreundliche Wärmenetz angeschlossen werden.
Mehr als zwei Jahre habe die Planegger Suche nach einem Partner in Sachen Geothermie gedauert. Wie Planeggs Bürgermeister Hermann Nafziger berichtete, habe er mit verschiedenen Anbietern verhandelt, der Gemeinderat kam acht Mal zusammen und diskutierte insgesamt 18 Stunden über das Thema. Ende Januar fiel dann der einstimmige Beschluss, eine kommunale Gesellschaft zu gründen.
Jetzt wurde die „Energie Planegg und Martinsried GmbH“ (EPM) im Rathaus präsentiert und dazu die Innovative Energie für Pullach GmbH (IEP) als künftiger Lieferant der aus Geothermie gewonnenen Fernwärme, die wichtiger Bestandteil des Planegger Klimaschutzkonzeptes ist.
Sobald der neu gewählte Gemeinderat im Mai seine Arbeit aufnimmt, soll das Gremium bestimmen, wer im EPM-Aufsichtsrat sitzt. Die EPM wird in einem zweiten Schritt einen Geschäftsbesorgungsvertrag mit der IEP abschließen. 2027 will die IEP damit beginnen, die Transportleitung von Pullach ins Würmtal zu legen, wo sie bis Martinsried beziehungsweise Steinkirchen führen soll. Dort beginnt das Verteilnetz, das parallel aufgebaut werden soll und für das die Gemeinde Planegg verantwortlich ist. Allerdings verlässt sie sich dabei auf die IEP, die die Zahl ihrer Mitarbeiter eigens auf 40 aufgestockt hat. Die Planegger Gesellschaft benötigt „momentan kein Personal, weil das die Pullacher übernehmen“, so Bürgermeister Nafziger.
Ende 2028 soll die zweite Geothermie-Anlage der IEP im Süden der Gemeinde Pullach, für die heuer die Bohrungen beginnen, fertig sein. „Vielleicht 2028, aber sicher 2029 werden wir die ersten Haushalte in Planegg an die Fernwärme anschließen“, sagte IEP-Geschäftsführer Helmut Mangold laut Münchner Merkur. Für das Pullacher Kommunalunternehmen ist Planegg der erste Partner, mit dem so intensiv zusammengearbeitet wird. „Pullach kann alles, was wir nicht können“, so Nafziger. Und Mangold ergänzte: „Wir sind dankbar für den Partner Planegg. Wir wollen Wärme verkaufen.“ Planeggs Vorteil sei, „dass es nicht ins Risiko der Bohrung gehen muss“. Und Mangold weiter: „Der Gemeinderat bestimmt, wie schnell und tief das Netz ausgebaut wird.“
Münchner Merkur