Wie die Zeitung „Die Rheinpfalz“ berichtet, könnte das Tiefengeothermie-Projekt „Rhein-Pfalz“ auf seiner Standortsuche in der Verbandsgemeinde Rheinauen – zwischen Speyer und Ludwigshafen gelegen – endlich fündig geworden sein. Dem Bericht zufolge hat der Neuhofener Ortsbürgermeister ein Mandat des Ortsgemeinderats erhalten, um mit der Projektgesellschaft Geopfalz in Grundstücksverhandlungen zu treten. Eine konkrete Ackerfläche wurde in der jüngsten Sitzung des Ortsgemeinderats öffentlich vorgestellt.
Der Neuhofener Ortsbürgermeister Ralf Marohn und sein Gemeinderat sehen demnach die Chancen der Tiefengeothermie für eine erneuerbare Wärmeversorgung, die in dieser Region auch unter einem großen Zeitdruck erreicht werden muss. Denn bis zum Jahr 2030 endet die Wärmelieferung aus Mannheim für das Fernwärmenetz der Stadt Speyer. Die Ortsgemeinde Neuhofen will nun mithelfen, das Tiefengeothermie-Projekt zu verwirklichen. Man wolle die Ängste der Bürger vor Risiken ernst nehmen, aber sich das Projekt nicht unsachlich zerreden lassen, sagte der Ortsbürgermeister laut Zeitungsbericht mit Blick auf die Ereignisse der jüngeren Vergangenheit im Nachbarort Waldsee.
Dort hatte sich eine Bürgerinitiative gegründet, um eine Tiefengeothermie-Anlage auf dem Gebiet von Waldsee zu verhindern. Für ein Bürgerbegehren wurden innerhalb weniger Wochen mehr als 1500 Unterschriften in der 6000-Einwohner-Gemeinde gesammelt und kurz vor Weihnachten 2025 im Rathaus von Waldsee eingereicht. „Viele Bürgerinnen und Bürger haben Unsicherheiten bezüglich möglicher Risiken, Auswirkungen auf Natur, Umwelt, Grundwasser, Gebäudeschäden, Sicherheit und Lebensqualität“, hieß es vonseiten der Bürgerinitiative.
Zuvor hatten schon Gespräche mit rund 40 Eigentümern im Nordosten von Waldsee nicht zum erhofften Erfolg für die Projektgesellschaft „Geopfalz“ geführt. Man hatte eine Freifläche der Gemeinde sowie eine angrenzende landwirtschaftliche Fläche im Blick. Hier hätten der Bohrplatz und später das Betriebsgebäude errichtet werden können. Doch auf die unterbreiteten Kaufangebote seien laut „Rheinpfalz“ zu wenige Rückmeldungen eingegangen.
„Von der Mehrzahl der Eigentümer liegt keine Verkaufszusage vor“, sagte „Geopfalz“-Geschäftsführerin Claire Weihermüller. Damit sei in diesem Bereich keine zusammenhängende Fläche in ausreichender Größe zu bekommen. Deshalb musste sie sich nach Alternativen umsehen. Nach dem in den Voruntersuchungen ermittelten Bohrziel sollten auch die neuen anvisierten Grundstücke in der Umgebung von Waldsee liegen. Der Standort Neuhofen wäre demnach gut geeignet.
Die Rheinpfalz