Für die Wärmeversorgung der Zukunft setzt Nordrhein-Westfalen auf klimafreundliche Erdwärme. Bis zu 20 Prozent des Wärmebedarfs soll bis 2045 aus Geothermie gedeckt werden. Mit einem Explorations- und Bohrprogramm erkundet das Land deshalb den Untergrund nach Gesteinsschichten, die sich für die Geothermie-Nutzung eignen.
Damit die nächste Forschungsbohrung im Anschluss für ein konkretes Geothermie-Vorhaben genutzt werden kann, hat das Land einen Wettbewerb zur Übernahme der Bohrung gestartet. Nun steht die Gewinnerin fest: Die NEW Smart City GmbH aus Mönchengladbach - eine Tochter des kommunalen Versorgungsunternehmen NEW AG. Der Geologische Dienst NRW wird die Probebohrung bis Ende 2028 in enger Zusammenarbeit mit NEW umsetzen.
Eine Fachjury mit Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Energiewirtschaft und Verwaltung hat das Gewinnerunternehmen anhand festgelegter Kriterien unter drei Bewerbungen ausgewählt. Wesentlich für die Auswahl war dabei der von den Unternehmen angebotene Preis für die Übernahme der erfolgreichen Bohrung. So wird sichergestellt, dass die Investitionen des Landes in die Forschungsbohrung im Erfolgsfall durch den Erwerber ausgeglichen werden.
Aufgabe der NEW Smart City GmbH ist es unter anderem, einen geeigneten Standort für die Forschungsbohrung zur Verfügung zu stellen. Der Standort wird sich in Mönchengladbach befinden. Der Geologische Dienst wird die Bohrung bis Ende 2028 durchführen und die Bürgerinnen und Bürger in Mönchengladbach über alle Schritte transparent informieren. Die Forschungsbohrung ist Teil des im April 2024 vorgestellten Masterplans Geothermie, mit dem die Landesregierung die Wärmewende in Nordrhein-Westfalen voranbringt.
Vorgesehen ist eine Bohrung mit einer Tiefe von bis zu 2.000 Metern, um potenzielle geothermische Reservoirs zu untersuchen – also natürlich vorkommende, unterirdisch zirkulierende Wasservorkommen, die Erdwärme speichern und zur Wärmegewinnung genutzt werden können. Bei nachgewiesener Fündigkeit übernimmt die NEW Smart City GmbH die Bohrstelle zu marktüblichen Konditionen. Damit kann eine langfristige, zukunftsfähige Wärmeversorgung aufgebaut werden, die die Umsetzung der kommunalen Wärmeplanung der Stadt Mönchengladbach maßgeblich unterstützt.
Die Bohrung soll in unmittelbarer Nähe zu einem Fokusgebiet der kommunalen Wärmeplanung erfolgen. Dies ermöglicht eine besonders effiziente Nutzung der möglichen Wärmequelle. Erste Wärmeversorgungskonzept zeigen, dass geeignete Wärmesenken mit hohem Wärmebedarf vorhanden sind und die Einbettung der potenziellen Wärmequelle aus Erdwärme in ein Wärmenetz strategisch sinnvoll als auch wirtschaftlich attraktiv wäre. Mit einer erfolgreichen Bohrung kann den Einwohnerinnen und Einwohnern in Teilen der Stadt Mönchengladbach schnell Klarheit über ihre zukünftige klimafreundliche Energieversorgung verschafft werden. Erste Analysen zeigen, dass eine geothermische Wärmeversorgung deutlich kostengünstiger wäre als beispielsweise der Umstieg auf eine Wärmepumpe.
MWIKE NW / Stadt Mönchengladbach