Header Informationsportal Tiefe Geothermie

Norweger haben ehrgeizige Bohrziele

13. September 2010

Norwegische Forscher haben die langfristige Vision von Bohrungen, mit denen überkritisches Wasser (374 Grad Celsius und 22 Bar) gefördert werden kann, das aus 400 Grad Celsius heißen Dampf und Wasser ohne Phasentrennung besteht.

Die benötigte Tiefe für Temperaturen über 400 Grad Celsius liegen durchschnittlich in zehn Kilometer Tiefe. Die erzeugte Energie wäre um ein zehnfaches höher als bei bisherigen Erdwärmebohrungen.

Der maximale Wirkungsgrad eines Kraftwerks steigt mit höheren Arbeitstemperaturen. Überkritisches Wasser liegt mit mehreren hundert Grad um ein vielfaches über dem der bisherigen Hydrothermalen-Geothermie. Um auf Augenhöhe mit fossilen Brennstoffen und Atomenergie zu kommen, wollen Are Lund und Odd-Geir Lademo von der norwegischen Forschungsgesellschaft SINTEF diese heißen geothermischen Reservoirs erschließen.

In konventionellen Kraftwerken arbeiten bereits Moderne Hochleistungsturbinen mit sehr hohen Wirkungsgraden um den kritischen Punkt von 374 Grad Celsius.

Für die Geothermie bedeutet dies, dass Gesteinsschichten von über 400 Grad Celsius Temperatur angebohrt werden müssen. "Wenn wir überkritische Reservoire technisch beherrschen, dann können wir Großkraftwerke an Geothermie-Standorten bauen", so Ernst Huenges vom Geoforschungszentrum Potsdam. „Weltweit gibt es nur wenige Bohrungen, die in diesen Bereich vorgedrungen sind.“

Eine dieser Bohrungen ist in Island. Das Iceland Deep Drilling Project fördert seit März überhitzten Dampf aus fünf Kilometer Tiefe. Hier kommt die vulkanische Aktivität der Insel dem Projekt zugute. In vergleichsweise geringer Tiefe werden sehr hohe Temperaturen erreicht. In Deutschland müssten Bohrungen bis in zehn Kilometer Tiefe niedergebracht werden.

Für Vorhaben in solchen Tiefen- und Temperaturbereichen existiert derzeit noch keine Bohrtechnik mit hinreichender Genauigkeit und Materialzuverlässigkeit. Ein Entwicklungszeitraum für Bohrungen in 500 Grad Celsius heißem Gestein wird von den norwegischen Forschern mit 25 Jahren veranschlagt.

Lademo und Lund sind der Auffassung, dass die Forschung erst einmal staatlich gefördert werden müsse, um der Industrie die Beteiligung an der Forschung zu erleichtern. Für sie rechtfertige das Potenzial der Technik den Aufwand.

Ernst Huenges vom Geoforschungszentrum Potsdam spricht sich dafür aus, trotz der Schwierigkeiten und hohen Kosten an der tiefen Geothermie zu forschen. "Wir wollen ja auch hochwertige Energie gewinnen, und dafür müssen wir einfach tiefer bohren."

Quelle: www.wissenschaft-online.de (va)

Beteiligte Firmen: 

Anzeigen

Thema im Fokus

6 l 2019
Aktuell zeigen über 20 Geothermieprojekte in Bayern, wie eine Versorgung mit Wärme und Strom aus der Kraft der Tiefe aussehen kann: regenerativ, klimafreundlich und aus lokalen Quellen. Das 7. Praxisforum Geothermie.Bayern, das vom 7. bis zum 9. Oktober 2019 in München stattfindet, präsentiert lokale und internationale Projekte, diskutiert neue Technologien und wissenschaftlichen Ansätze, weist auf die politischen Rahmenbedingungen hin und vernetzt die Geothermiebranche. Das aktuelle „Thema im Fokus“ gibt einen kleinen Vorgeschmack. ... mehr

Termine

« Oktober 2019 »
MoDiMiDoFrSaSo
123456
78910111213
14151617181920
21222324252627
28293031

Auf einen Klick

Finden Sie die passende Firma

Unser Branchenverzeichnis bietet Ihnen über 250 Firmen und Organisationen aus der Tiefengeothermiebranche. 

Werben Sie zielgenau

Nutzen Sie das Informationsportal Tiefe Geothermie und werben Sie hier zielgenau für Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistungen. Unsere Konditionen.

Finden Sie die passende Information

Mit unserem monatlich erscheinenden Newsletter oder RSS-Feed bleiben Sie stets über aktuelle Entwicklungen informiert. Jetzt abonnieren!