Mit dem Masterplan Geothermie hat die Landesregierung in Nordrhein-Westfalen im April 2024 den Startschuss für den Ausbau der bislang kaum genutzten Wärmequelle gegeben. Das langfristige Ziel ist es, im Jahr 2045 bis zu 20 Prozent des Wärmebedarfs aus Geothermie zu decken. Um die Datenverfügbarkeit zum mitteltiefen und tiefen Untergrund zu steigern, die Potenziale der mitteltiefen und tiefen Geothermie sichtbar zu machen und das Fündigkeitsrisiko zu verringern, setzt der Geologische Dienst des Landes NRW im Auftrag des Ministeriums für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie (MWIKE) bis 2028 ein mehrjähriges Explorations- und Bohrprogramm um.
Zentraler Bestandteil des Programms sind mitteltiefe und tiefe Forschungsbohrungen. Diese helfen den Aufbau des Untergrundes und die Eigenschaften der möglichen Gesteinsreservoire auf ihre Eignung für eine geothermische Nutzung zu überprüfen. Damit entsprechende Bohrungen, die fündig sind, nicht wieder zurückgebaut werden, wird eine Nachnutzung durch Wärmewende-Projektierer in NRW angestrebt. Im Vorfeld einer dieser Bohrungen wird nun im Rahmen eines Wettbewerbsverfahrens ein geeigneter Standort sowie ein potenzieller Erwerber gesucht. Auf diese Weise soll sichergestellt werden, dass die Bohrung – sollte sie erfolgreich sein – unmittelbar einer sinnvollen Anschlussnutzung zugeführt werden kann.
Die Bohrung wird durch das Land Nordrhein-Westfalen finanziert. Eine Übernahme durch den vorab ermittelten Erwerber erfolgt nur im Erfolgsfall. Dazu wird zwischen Erwerber und MWIKE ein entsprechender Vertrag geschlossen. Im Vorfeld wird überprüft, ob der Standort geeignet ist. Die Auswahl erfolgt im Anschluss unter den verbleibenden Bewerbungen durch eine Fachjury. Zentrales Auswahlkriterium ist der angebotene Preis für die Übernahme der fündigen Bohrung. Am 12. September um 10 Uhr findet eine Online-Informationsveranstaltung statt. Die Teilnahme ist unter diesem Link möglich.
Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen