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Oettinger nennt Geothermie einen wichtigen Baustein der Erneuerbaren Energien

12. März 2013

EU-Energiekommissar Günther Oettinger brach auf der isländischen Geothermie Konferenz in Reykjavik letzte Woche eine Lanze für die Nutzung und den europaweiten Ausbau der Geothermie.

Bis 2030 soll mehr als ein Fünftel der Endenergie aus Erneuerbaren Energien bereitgestellt werden. Der Anteil der Geothermie könnte innerhalb der nächsten zehn Jahre auf bis zu fünf Prozent ansteigen. Für die Umsetzung der europäischen energiepolitischen Ziele setzt Oettinger auf die Geothermie. Sie sei nachhaltig, konkurrenzfähig, versorgungssicher und gebe geopolitische Sicherheit.

In zahlreichen Förderprogrammen stünden finanzielle Mittel für Forschungs- und Entwicklungsprojekte zur Verfügung. Mit mehreren Millionen Euro würde der Ausbau von Fernwärme- und Kältenetzen gefördert, ebenso wie Null-Energie-Städte („Zero Energy Cities“). Auch in der europäischen Smart City Initiative („Intelligente Städte“) werde die Geothermie ein fester Baustein sein. Die Initiative wurde von Oettinger im Juli letzten Jahres ins Leben gerufen. Ziel der Smart City Initiative sei es, bis 2050 eine kohlenstoffarme Wirtschaft und Gesellschaft zu entwickeln.

Bereits im 7. Rahmenforschungsprogramm hat die EU zwölf Millionen Euro für die Geothermie bereitgestellt. Damit wurden u. a. Projekte gefördert wie GROUND-MED (Entwicklung von leistungsfähigeren Wärmepumpen), GEISER (Reduzierung induzierter Seismizität) oder ERA-NET (Erstellung einer geothermischen Datenbank). Weitere zukunftsorientierte geothermische Forschung konzentriere sich in Gemeinschaftsprogrammen wie der Europäischen Forschungsallianz oder der Europäischen Technologieplattform für Wärme und Kühlung.

Oettinger sprach in seiner Rede die Notwendigkeit einer Kosten- und Risikoreduzierung an, insbesondere die der induzierten Seismizität sowie Verbesserungen der Umweltverträglichkeit und Energieeffizienz. Diese Punkte sind Gegenstand des Programms Horizon 2020, in dem auch die öffentliche Akzeptanz und Vertrauensbildung in Geothermieprojekten einen Schwerpunkt bildet.

In einer klaren Aussage bekannte sich Oettinger für die europaweite geothermische Energiegewinnung aus Enhanced Geothermal System (EGS). Diese Technologie müsse reifen und in ein Stadium der kommerziellen Anwendung überführt werden, da mit ihr zukünftig Energie aus mehr als 3.000 Meter Tiefe erschlossen werden soll.

Ziel der EU sei es, mit einem Europäischen Infrastrukturprogramm die Anlagenkapazität auf 50 Megawatt installierte Leistung mit 400 Gigawattstunden Grundlast zu erweitern. Für die Geothermie sei die Kopplung zwischen Forschung und Wirtschaft entscheidend, wie sie im Programm „Intelligent Energy Europe“ aufgegriffen würde. Auch Forschungsprojekte zur Finanzierung können über EU-Programme gefördert werden, wie beispielsweise im GEOFAR Projekt (Geothermal Finance and Awareness in European Regions), das sich vornehmlich an Banken und Investoren richte, die in die Geothermie investieren wollen.

Wenn der Markt sich richtig positioniert, könne sich die Geothermie in Zukunft sprunghaft entwickeln, so Oettinger. (sv)

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