„Roadmap Tiefe Geothermie Berlin“: Erste Anlage soll 2031 in Betrieb gehen

10.03.2026 | Projekte
Pilotseismik Berlin

Die Pilotseismik ist abgeschlossen, die Ausschreibung für die stadtweite 3D-Seismik läuft: Jetzt hat es in einer Anhörung im Wirtschaftsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses einige Neuigkeiten zu den Tiefengeothermie-Plänen der deutschen Hauptstadt gegeben. Unter anderem sollen einige Probebohrungen gestrichen werden.

Bekanntgeworden ist auch der aktuelle Planungsstand zur „Roadmap Tiefe Geothermie Berlin“. Mit der ersten Inbetriebnahme einer Berliner Tiefengeothermie-Anlage wird im Jahr 2031 gerechnet. Das sagte Christian Feuerherd, Geschäftsführer des Berliner Fernwärmeunternehmens Berliner Energie und Wärme GmbH (BEW), bei der aktuellen Anhörung im Wirtschaftsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses. 

Unnötig spät, sagte dazu Professor Ingo Sass vom Geoforschungszentrum Potsdam, laut einem Bericht des Rundfunk Berlin-Brandenburg. Während Umweltsenatorin Ute Bonde (CDU) erst einmal erstmal den Untergrund der Hauptstadt komplett untersuchen lassen will, ist Sass ganz anderer Meinung. Es sei nicht zwingend notwendig, alle Daten von ganz Berlin auf dem Tisch zu haben, bevor man anfängt, in die Tiefe zu bohren. Schon vorher könnten attraktive Gebiete ausgesucht werden, um dort die vergleichsweise günstige Erkundungsbohrungen zu starten. Zwölf solcher Bohrungen wären gut, sagt der Potsdamer Professor, damit man dann zügig sagen könne, wo sich eine Tiefengeothermie-Bohrung lohnt.

Doch hier bekommt die „Roadmap Tiefe Geothermie Berlin“ ein Problem. Zwölf Bohrungen waren auch geplant, doch dann fehlte Berlin das notwendige Geld. Weil die Stadt doch kein Sondervermögen für den Klimaschutz aufgelegt hat, wie die schwarz-rote Koalition ursprünglich versprochen hatte, ist jetzt nur noch Geld für vier Erkundungsbohrungen da, heißt es in dem Bericht des rbb.

Bedauerlich findet Ingo Sass vom Geoforschungsgzentrum Potsdam, aber auch die vier Erkundungsbohrungen seien wichtig, um Informationen zu sammeln. Damit könne man wichtige Informationen sammeln, die den technischen Aufwand für die eigentliche Tiefengeothermie-Bohrung verringern. „Es ist also wirklich wichtig, dass diese vier Erkundungsbohrungen mal laufen“, sagte Sass im Wirtschaftsausschuss an die Abgeordneten gewandt und er ergänzte: „Mein Wunsch wäre dann, die anderen acht doch zu machen.“

Die stadtweite 3D-Seismik soll im ersten Halbjahr 2027 beginnen und etwa vier Monate dauern. Die Auswertung der Daten soll in der ersten Jahreshälfte 2028 abgeschlossen sein. Parallel dazu sollen die Probebohrungen beginnen.

Quelle:

rbb

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