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Rupertiwinkel: Dissens um Verantwortung im Klimaschutz

11. Februar 2016

Noch vor einem Jahr war das Geothermie-Projekt im Rupertiwinkel ein Leuchtturm für das Land Salzburg und den Landesenergieversorger Salzburg AG. Letzte Woche wurde das Projekt jäh gestoppt. Benannte wirtschaftliche Gründe will das Land nicht gelten lassen.

Es wäre die Umsetzung eines Meilensteins im Salzburger Klimaschutzprogramm gewesen. Dieser sieht für das Jahr 2020 eine Energieversorgung von 752 Terajoule aus geothermischer Fernwärme vor. Gemeinsam mit der Stadt Laufen und der Gemeinde Kirchanschöring auf der bayerischen Seite wollte der Landesenergieversorger Salzburg AG zwischen Salzach und dem Waginger See in einem grenzüberschreitenden Projekt Fernwärme für die Region und die Stadt Salzburg gewinnen.

Nach dem letzte Woche das Projekt-Aus seitens der Salzburg AG in der Stadtratssitzung in Laufen verkündet wurde, ist die Situation zwischen dem Land Salzburg und dem Energieversorger angespannt. Als Grund für den abrupten Rückzug aus dem Projekt gab die Salzburg AG die mangelnde Wirtschaftlichkeit aufgrund der drastisch gefallenen Gaspreise im letzten Jahr an. Eine Projektentwicklung, die bis zu 100 Millionen Euro benötigen würde, weiter zu verfolgen, sei anhand "der Gesamtkomplexität" derzeit nicht mehr darstellbar, erklärte Vorstand Leonhard Schitter in den Salzburger Nachrichten letzte Woche.

Die Umweltreferentin und Landeshauptmann-Stellvertreterin der Stadt Salzburg, Dr. Astrid Rössler (Grüne), fordert nun hingegen die Offenlegung aller wirtschaftlichen Zahlen und Rentabilitätsberechnungen. Sie will den Ausstieg des Landesenergieversorgers nicht so einfach hinnehmen, denn das Land sei von den Ausstiegsplänen nicht informiert worden. Auch sei die mangelnde Wirtschaftlichkeit des Projekts dem Land gegenüber nicht dargelegt worden, sagte Rössler in den Salzburger Nachrichten.

Der Energielandesrat Josef Schwaiger (ÖVP) insistiert auf der Umsetzung des Projekts. Es hätte sich in 30 bis 40 Jahren amortisiert. Laut Schwaiger werde die Salzburg AG eine Rüge erhalten, denn man könne die Wirtschaftlichkeit eines solch bedeutungsvollen Projekts nicht vor die Klimaschutzziele stellen. Es sei wichtig, in Generationen zu denken und nicht nach aktuellen Energiepreisen zu kalkulieren, so Schwaiger.

Die Kritik will die Salzburg AG nicht auf sich sitzen lassen. Sie investiere bereits deutlich in zahlreiche Erneuerbare Energie Projekte, von denen die Geothermie eben nur eines von mehreren sei. Die Umsetzung des Masterplan Energie & Klima 2020 sieht der Energielandesrat Schwaiger nicht gefährdet. Jedoch fehle nun ein wichtiges Projekt im Rahmenplan. (sv)

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