Seismische Erkundung im schweizerischen Horgen?

08.11.2010 | Projekte
Geothermiebohrung in Bayern

In der Zürichseeregion in der Schweiz wurde bereits bei früheren Untersuchungen ein großes geothermisches Potential festgestellt. Nun wird geprüft, ob weitere Untersuchungen erfolgen sollen.

Der Züricher Abfallverwertungs-Verbund, ein Zusammenschluss der Züricher Kehrichtverwertungsanlagen (KVA), will die kantonsweit kleinste KVA in Horgen 2018 schließen. Die KVA speist ein Fernwärmenetz, das 2200 oder rund ein Drittel der Horgner Haushalte heizt und mit Warmwasser versorgt. Deswegen muss bereits jetzt die Weichenstellung für den langfristigen Fernwärmeweiterbetrieb erfolgen.

„Wir suchen daher intensiv nach einer ökologisch und ökonomisch zukunftsträchtigen Nachfolgelösung für den Weiterbetrieb der Fernwärmeversorgung“, sagt Hans-Peter Brunner Gemeinderat und neuer Werkvorstand der KVA von Horgen. Brunner und der Gemeinderat möchte bis 2012 Klarheit über den Weiterbetrieb der Fernwärmeversorgung.

Derzeit ist ein Biomasse-Kraftwerks oder ein Erdwärme-Kraftwerk in der engeren Wahl. Für die Machbarkeitsstudie der Geothermie hat die Gemeinde die Firma Geowatt AG aus Zürich beauftragt, die bereits im letzten Sommer eine Vorstudie gemacht und ein ermutigendes Resultat vorgelegt hat. Darin wird aufgrund früherer Untersuchungen in der Region des Zürichsees in einer Tiefe von 3.500 bis 4.000 Metern theoretisch von genügend geothermischem Potenzial ausgegangen, das sich als nachfließende, heiße Tiefenwasserströme darstellt. Diese Energie könnte mittels eines Erdwärme-Kraftwerks für die Strom- und Wärmegewinnung nutzbar gemacht werden könnten.
Erfolgt ein positiver Befund der Machbarkeitsstudie im Bereich der Geothermie, könnten schon im nächsten Jahr seismische Untergrundmessungen durchgeführt werden, um ein Abbild der Gesteinsschichten und Heißwasserströme bis in Tiefen von mehreren Kilometern zu erstellen. (va)

Quelle: www.tagesanzeiger.ch

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