Spatenstich für Zentrale Lithium-Anlage von Vulcan Energy in Frankfurt-Höchst

24.04.2026 | Lithium
Spatenstich bei Vulcan Energy in Frankfurt-Höchst

Der hessische Ministerpräsident Boris Rhein und Frankfurts Oberbürgermeister Mike Josef haben gemeinsam mit Vertretern von Vulcan Energy den symbolischen ersten Spatenstich für die Zentrale Lithiumanlage im Industriepark Frankfurt-Höchst gesetzt. 

Die Anlage wird künftig nachhaltiges Lithiumhydroxid-Monohydrat (LHM) im kommerziellen Maßstab für die europäische Batterie- und Automobilbranche herstellen. Mit der Grundsteinlegung für die Zentrale Lithiumanlage (CLP) hat Vulcan einen wichtigen Meilenstein für die Umsetzung der ersten Projektphase „Lionheart“ zur kombinierten Herstellung von Lithium und erneuerbarer Energie erreicht.

Hessen fördert Bau der Anlage mit 13,9 Millionen Euro

Hessens Ministerpräsident Boris Rhein sagte bei der Veranstaltung: „Wir gehen hier einen Schritt hin zu mehr Unabhängigkeit Europas von globalen Lieferketten. Das ist ein wichtiges Zeichen. Je unruhiger die Zeiten sind, desto mehr müssen wir auf Eigenständigkeit und Resilienz setzen – durch Innovationen und kluge Investitionen. Deswegen fördert das Land Hessen den Bau der Anlage mit 13,9 Millionen Euro und leistet einen entscheidenden Beitrag zur Unabhängigkeit Europas. Der Spatenstich ist ein Signal, dass industrielle Stärke, Klimaschutz und technologische Innovation in Deutschland zusammengehören. Das ist ein echtes Leuchtturmprojekt für Hessen, Deutschland und Europa.“

Produktionskapazität von bis zu 24.000 Tonnen Lithiumhydroxid-Monohydrat im Jahr

An der CLP wird hochreines Lithiumchlorid durch einen Elektrolyse-Prozess zu batteriefähigem Lithiumhydroxid-Monohydrat (LHM) verarbeitet. Das Vorprodukt stammt aus der kombinierten Tiefengeothermie- und Lithiumextraktionsanlage (G-LEP) in Landau, die seit Dezember 2025 auf dem Gewerbegebiet D12 errichtet wird. Die beiden Anlagen bilden die Basis des „Lionheart“-Projekts und haben eine gesamte Produktionskapazität von bis zu 24.000 Tonnen LHM pro Jahr – genug für Herstellung von etwa 500.000 Elektrofahrzeugen. 

Lithium aus vorkommerzieller Herstellung durchläuft derzeit die Produktqualifizierung

Die Lithiumproduktion im vorkommerziellen Maßstab läuft bei Vulcan bereits seit Januar 2025 an den unternehmenseigenen Optimierungsanlagen in Landau sowie im Industriepark-Höchst. Das vollständig inländisch produzierte LHM – das erste dieser Art in Europa – wird derzeit zur Produktqualifizierung von Vulcans Abnahmepartner aus der Batterie- und Automobilbranche genutzt. Dies ermöglicht einen zügigen Markteinstieg, sobald die kommerzielle Produktion im Rahmen des „Lionheart“-Projekts begonnen hat.

Gesamtfinanzierungspaket für die Umsetzung in Höhe von 2,2 Milliarden Euro 

Im Dezember 2025 hat Vulcan Energy ein Gesamtfinanzierungspaket für die Umsetzung in Höhe von 2,2 Milliarden Euro abgeschlossen. Teil dieses Finanzierungspakets war unter anderem eine Eigenkapitalsbeteiligung des Rohstofffonds der bundeseigenen Förderbank KfW in Höhe von 150 Millionen Euro. Das „Lionheart“‑Projekt von Vulcan ist damit das erste Vorhaben, das im Rahmen dieser Initiative unter dem Dach des neu aufgesetzten Deutschlandfonds von der Bundesregierung gefördert wird.

„Herausragende strategische Bedeutung für den Industriestandort Deutschland“

Stefan Rouenhoff, Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Wirtschaft und Energie (BMWE) sagte anlässlich der Grundsteinlegung: „Mit dem Rohstofffonds setzen wir gezielt dort an, wo es für uns als Industrieland entscheidend ist: bei der Versorgung mit kritischen Rohstoffen. Mit dem Fonds unterstützen wir Projekte entlang der gesamten Wertschöpfungskette, um die Rohstoffabhängigkeiten zu verringern und die Resilienz unserer Volkswirtschaft zu stärken. Dass das Lionheart-Projekt als erstes Vorhaben ausgewählt wurde, zeigt seine herausragende strategische Bedeutung für den Industriestandort Deutschland.“

Inbetriebnahme für Mitte 2028 geplant

Die CLP wird auf einer Fläche von rund 80.000 Quadratmetern im Industriepark Frankfurt-Höchst errichtet, wobei der Baustart in den kommenden Wochen vorgesehen ist. Die Inbetriebnahme und der Beginn der kommerziellen Produktion sind für Mitte 2028 geplant. Über das Lionheart-Projekt hinaus ist die CLP als zentrale Verarbeitungsanlage für weitere Projektphasen ausgelegt, so dass dort auch das Lithiumchlorid aus den zukünftigen Projektphasen weiterverarbeitet werden kann.

Quelle:

Vulcan Energy