Spezialflugzeug untersucht Oberrheingraben auf Erdwärme-Potenzial

10.04.2026 | Erkundung & Analyse | Enerchange
Zweimotoriges Propellerflugzeug vom Typ Basler T67 der schottischen Bell Geospace

Laut der Tagesschau ist in den kommenden Nächten über Südhessen ein speziell ausgerüstetes Messflugzeug unterwegs, das im Rahmen des Forschungsprojekts GeoProH den Untergrund des Oberrheingrabens untersucht. Besonders im Fokus der Messungen steht die Frage, wo sich im Oberrheingraben geothermisches Potenzial besonders gut erschließen lässt.

Ziel der Messflüge ist es, mithilfe geophysikalischer Daten kleinste Veränderungen im Gravitations- und Magnetfeld der Erde zu erfassen. Auf dieser Grundlage soll später ein digitales 3D-Modell des Untergrunds entstehen, das wichtige Erkenntnisse über die geologischen Strukturen der Region liefert und eine Basis für zukünftige Energie- und Rohstoffprojekte schafft.

Besonders im Fokus der Gravimetriemessungen steht die Frage, wo sich im Oberrheingraben geothermisches Potenzial besonders gut erschließen lässt. Laut den Projektbeteiligten helfen die Messungen dabei, Informationen über die Dichteverteilung im Untergrund, die Durchlässigkeit von Gesteinsschichten und mögliche Vorkommen von Vulkangestein zu gewinnen. Diese Daten sind entscheidend, um besser einschätzen zu können, wo Erdwärme effizient genutzt werden kann und wie sich spätere Geothermieprojekte gezielt planen lassen.

Spezialflugzeug im Einsatz

Zum Einsatz kommt ein zweimotoriges, speziell umgebautes Propellerflugzeug vom Typ Basler T67 der schottischen Bell Geospace, das für solche Vermessungsflüge ausgestattet wurde. Es fliegt zwischen Bad Nauheim und Lampertheim in einer Höhe von etwa 300 bis 600 Metern wiederholt parallele Bahnen ab. Die Messungen finden nachts zwischen 23:00 und 05:00 Uhr statt, damit der reguläre Flugbetrieb am Frankfurter Flughafen nicht beeinträchtigt wird. Nach Angaben der Projektpartner sind die Flüge ungefährlich weder für Menschen noch Tiere oder Umwelt und verursachen keine Strahlung. 

Projekt des Forschungsverbunds GeoProH

Das Projekt ist Teil des Forschungsverbunds GeoProH, an dem neben dem Land Hessen auch die Stadt Frankfurt, das Karlsruher Institut für Technologie sowie weitere Unternehmen beteiligt sind. Die wissenschaftliche Leitung liegt bei der Vulcan Energy Ressourcen GmbH. Laut Vulcan und dem Hessischen Wirtschaftsministerium sind die Messungen ein wichtiger Beitrag zur regionalen Energiewende, weil sie helfen, die geologischen Strukturen besser zu verstehen und künftige Geothermieprojekte verlässlicher zu planen.

Informationen für potenzielle Lithiumprojekte 

Neben der Erdwärme steht auch die klimaneutrale Gewinnung von Lithium im Blickpunkt, das für Batterien und Elektromobilität eine zentrale Rolle spielt. Die gewonnenen Daten können laut Projektbeteiligten auch für die Planung einer nachhaltigen Lithiumproduktion im Oberrheingraben wertvoll sein. Erste Auswertungen werden im Laufe des Jahres erwartet, auch wenn die vollständige Analyse der Daten mehrere Monate in Anspruch nehmen kann.

Dauer der Messflüge

Die Messflüge waren ursprünglich bereits für Dezember vorgesehen, mussten jedoch wegen ungünstiger Witterung unterbrochen werden. Nun ist das Flugzeug wieder im Einsatz und die Messkampagne soll voraussichtlich bis Ende Mai dauern. Insgesamt soll das Projekt die Grundlagen für zukünftige Geothermie- und Lithiumprojekte in der Region verbessern.

Quelle:

Tagesschau und Hessenschau

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