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Starker Schwefelgeruch beendet Pumpversuch in Pullach

30. März 2011

Entgasender Schwefelwasserstoff hat im Rahmen des Pumpversuchs in Pullach zu erheblichen Geruchsbelästigungen geführt. Enerchange sprach mit Dr. Lorenz Eichinger von der Hydroisotop GmbH über die Geruchsbelästigung durch Schwefelwasserstoff und mögliche Gegenmaßnahmen.

Seit dem 19. März werden an der dritten Geothermiebohrung Pumpversuche durchgeführt, um die Leistungsfähigkeit der Bohrung zu ermitteln. Dabei kam es am 29. März zu einer verstärkten Geruchsbelästigung durch Schwefelwasserstoff in Pullach und Umgebung. Dies wurde auf die Erhöhung der Förderrate auf 80 L/s und eine ungünstige Wetterlage zurückgeführt. Laut dem Betreiber der IEP Pullach waren die gemessenen Konzentrationen in der Luft für die Gesundheit unbedenklich. Der Pumpversuch wurde dann gegen 16 Uhr beendet.

Enerchange sprach mit Herrn Dr. Lorenz Eichinger von der Hydroisotop GmbH über Schwefelwasserstoff:

Herr Eichinger, bei den Pumpversuchen nach der dritten Bohrung kam es zu einer starken Geruchsbelästigung durch Schwefel – ist dies etwas Ungewöhnliches bei Geothermie-Bohrungen im Molassebecken?

Nein, grundsätzlich nicht. In dem Thermalwasserreservoir des Malms kommt es durch Sulfatreduktion und Abbau organischer Substanz zur Bildung von Schwefelwasserstoff. Die Konzentration kann jedoch regional auf Grund der vorhandenen Organik im Malm schwanken. Maximalwerte an Schwefelwasserstoff können aber durchaus bei bis zu 50 mg/L im geförderten Thermalwasser liegen. Diese Konzentration ist aber selbst bei einer vollständigen Entgasung des Thermalwassers, auf Grund des Verdünnungseffektes durch die Umgebungsluft für den Menschen nicht gefährlich.

Wie kommt es zu den Geruchsbelästigungen und sind diese im Betrieb der Anlage auch zu erwarten?

Die Geruchsbelästigungen durch Schwefelwasserstoff entstehen durch die Entgasung beim freien Austreten des Thermalwassers im Rahmen der Pumpversuche. Wirkungsvolle Gegenmaßnahmen wären hier beispielsweise ein Reinigen des Thermalwassers oder auch der Bau eines geschlossenen Systems. Dies ist auch der Grund, warum im Betrieb keine Geruchsbelästigung auftreten sollte, da das Thermalwasser von der Förderung bis zur Injektion in einem geschlossen System geführt wird. Das Problem dabei ist jedoch die Gefahr der Korrosion durch Schwefelwasserstoff. Aber auch hier gibt es verschiedene Möglichkeiten zur Korrosionsverhinderung.

Vielen Dank Herr Eichinger für Ihre Stellungnahme.

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