Techem-Atlas: Heizkosten 2024 auf Rekordhoch - aber umweltfreundliche Fernwärme sorgt für "echten Wendepunkt"

15.10.2025 | Marktentwicklung
Der neue Techem-Atlas, benannt nach dem gleichnamigen Energie- und Messdienstleister, hat die Daten des vergangenen Jahres von rund 100.000 Gebäuden mit etwa 1,1 Millionen Wohnungen ausgewertet.

Das Ziel ist längst Gesetz: Bis zum Jahr 2045 will Deutschland die Treibhausgasneutralität erreichen. Wenn es aber um das Heizen der Gebäude geht dominiert noch immer das Verbrennen fossiler Energieträger. Die umweltfreundliche Fernwärme - wie etwa aus Tiefengeothermie - sorgt aber für einen "echten Wendepunkt", heißt es im neuen "Techem-Atlas".

Der neue Techem-Atlas, benannt nach dem gleichnamigen Energie- und Messdienstleister, hat die Daten des vergangenen Jahres von rund 100.000 Gebäuden mit etwa 1,1 Millionen Wohnungen ausgewertet. Die Studie stellt nicht nur eine aktuelle Bestandsaufnahme dar, sondern gibt auch konkrete Impulse für die kommunale Wärmeplanung. Während Einsparpotenziale im Nutzerverhalten nahezu ausgeschöpft sind, bieten technische Maßnahmen enorme Chancen. 

Hohe Heizkosten trotz konstantem Verbrauch: Die Heizkosten 2024 lagen auf einem Rekordhoch: Seit 2021 stiegen die Energiepreise um 82 Prozent, die Verbrauchskosten pro Quadratmeter um 40 Prozent. Trotz dieses Anstiegs blieb der Verbrauch im Jahr 2024 im Vergleich zu 2023 stabil – ein Hinweis darauf, dass die Spielräume für individuelles Sparverhalten weitgehend ausgeschöpft sind. In manchen Regionen ist sogar eine Trendumkehr erkennbar. 

Regionale Unterschiede: Die höchsten Heizkosten pro Quadratmeter wurden 2024 in Chemnitz (19,01 €/m²), Potsdam (18,61 €/m²) und Offenbach (17,86 €/m²) gemessen. Bei den Ländern führt das Saarland (15,75 €/m²), gefolgt von Schleswig-Holstein (15,68 €/m²) und Brandenburg (14,59 €/m²). 

Energieträger immer noch mehrheitlich fossil: Der deutsche Mehrfamilienhausbestand wird noch zu über 87 Prozent fossil beheizt. Die Tendenz ist mit einem Rückgang von 3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr leicht sinkend.

Fernwärme auf der Überholspur: 2024 verursachte Fernwärme weniger Emissionen als Erdgas (166 vs. 201 g CO₂/kWh). Gebäude mit Fernwärmeanschluss liegen mit 0,9 Tonnen CO₂ pro Nutzeinheit bereits unter dem Klimaziel 2030 – ein echter Wendepunkt.

Technik ergänzt Nutzerverhalten – Effizienz durch Monitoring & Co.: Die Analyse zeigt, dass für weitere signifikante Einsparungen technische Maßnahmen erforderlich sind: etwa Monitoring oder digitale Betriebsführung. Damit lassen sich pro Wohnung bis zu 1 Tonne CO₂ jährlich zusätzlich vermeiden – deutlich mehr als durch individuelles Verhalten allein.

Klimaziele teilweise erreicht: Die durchschnittlichen Emissionen für die Wärmeversorgung pro Wohnung lagen 2024 in deutschen Mehrfamilienhäusern mit ca. 1,5 t CO₂ bereits unter dem nach dem Klimaschutzgesetz ermittelten Zwischenzielwert von 1,8 t. 

Quelle:

Techem

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