Im Mittelpunkt des Forschungsvorhaben steht die Tiefbohrtechnik, die mit mehr als der Hälfte der Gesamtkosten als entscheidender Faktor eines Geothermie-Projekts gilt. Forschende der TU Clausthal arbeiten gemeinsam mit Unternehmen der Bohrindustrie daran, den sogenannten Bohrkleintransport, den Abtransport von Gesteinspartikeln während des Bohrprozesses, effizienter zu gestalten. Dieser Prozess hängt von zahlreichen Faktoren ab, darunter die Eigenschaften der Bohrspülung, Druck- und Strömungsverhältnisse sowie die Beschaffenheit des Untergrunds. Universitätspräsidentin Dr.-Ing. Sylvia Schattauer betont, die Optimierung von Bohrprozessen sei ein entscheidender Beitrag zum Gelingen der Energiewende.
Weiterentwicklung von Sensor- und Messtechnologien
Im Rahmen des Projekts entwickeln die Forschenden spezielle Sensor- und Messtechnologien weiter, um den Transport der Bohrpartikel in realen Bohrspülungen präzise analysieren zu können. Zum Einsatz kommen unter anderem Verfahren auf Basis elektrischer Leitfähigkeit sowie Ultraschallmessungen. Da es bislang keine standardisierten Lösungen für diese komplexen Fragestellungen gibt, sollen neue Sensorsysteme zur Erfassung von Partikelkonzentrationen und -geschwindigkeiten entwickelt und getestet werden.
Industriepartner für das Forschungsprojekt
Unterstützt wird das Vorhaben von den Industriepartnern Baker Hughes INTEQ und weiteren Unternehmen aus dem Netzwerk GeoEnergy Celle. Gemeinsam erweitern sie eine bestehende Versuchsanlage für Mehrphasentransporte, um künftig auch industrielle Bohrspülungen untersuchen zu können. Ergänzt werden die experimentellen Arbeiten durch KI-gestützte Datenanalysen und numerische Modellierungen am Forschungszentrum Drilling Simulator Celle.
Rund eine halbe Million Euro aus EU-Mitteln
Das auf zwei Jahre angelegte Kooperationsprojekt wird im Rahmen der europäischen STEP-Plattform zur Förderung strategischer Investitionen mit rund 485.000 Euro gefördert. Gleichzeitig stärkt das Vorhaben die Innovationskraft der Region Celle und unterstreicht die Bedeutung anwendungsnaher Forschung für die Energieversorgung der Zukunft.