Thüringens Landesregierung nimmt die Tiefengeothermie in den Fokus

25.02.2026 | Politik
Staatskanzlei Erfurt.

Auf der deutschen Tiefengeothermie-Landkarte ist Thüringen noch ein weißer Fleck. Künftig will Thüringens Landesregierung jedoch viel stärker auf umweltfreundliche Heizenergie setzen und nimmt dabei unter anderem die Tiefengeothermie in den Fokus. 

„Die Tiefengeothermie bietet große Chancen für eine sichere, klimaneutrale Wärmeversorgung. Vor allem, wenn wir uns zunehmend selbst versorgen und unabhängiger von Energieeinfuhren werden wollen“, sagte Umweltminister Tilo Kummer der Thüringer Allgemeinen. 

Expertinnen und Experten des Ministeriums reisten jetzt gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern kommunaler Energieversorger aus Gera und Jena sowie einer Bürgerinitiative (BI) ins oberbayerische Geretsried. Dort informierten sie sich über das Eavor-Loop-Verfahren, um dessen Potenziale für Thüringen auszuloten.

Auch Broder Merkel, emeritierter Professor für Hydrogeologie, gehörte zur Delegation aus Thüringen. Das Verfahren habe mit dem wegen erheblicher Umweltgefahren umstrittenen Fracking nichts zu tun, sagte er. Das Projekt müsse aber „in der Größenordnung von mindestens 30 Jahren funktionsfähig sein, damit sich das eingesetzte Kapital amortisiert“, sagte er.

Wie die Thüringer Allgemeine berichtet, prüfen derzeit Gera, Jena und Erfurt die Möglichkeiten der Nutzung von Tiefengeothermie. Die Stadtwerke Erfurt kündigten im Dezember bereits eine umfangreiche geophysikalische Untersuchung angekündigt. Diese sollen im Jahr 2028 von einer Erkundungsbohrung ergänzt werden, heißt es aus dem Ministerium. Perspektivisch sollen in Thüringens Landeshauptstadt künftig mehr als 40.000 Haushalte mit Wärme aus Tiefengeothermie versorgt werden. 

Quelle:

Thüringer Allgemeine

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