Trauer um Dr. Lorenz Eichinger

25.09.2020 | Jochen Schneider
Geothermiebohrung in Bayern

Der Firmengründer und Seniorgeschäftsführer der Hydroisotop GmbH, Dr. Lorenz Eichinger, ist im Alter von 72 Jahren verstorben. Er hat mit dem Wärmeprojekt in Unterschleißheim eine der ersten Geothermieanlagen in Bayern entwickelt und war langjähriges Aufsichtsratsmitglied der GTU AG.

Dr. Lorenz Eichinger war Diplom-Physiker und promovierte 1981 bei der Gesellschaft für Strahlen- und Umweltschutz (GSF) in Neuherberg über die Altersdatierung mittels Kohlenstoff-14-Gehalten in Wässern. 1982 gründete er mit seinem Kollegen Dr. Markus Forster die Hydroisotop GmbH und wurde damit ein Wegbereiter für die praktische Anwendung von Isotopenmethoden zur Analyse von Grundwasser und Lebensmitteln in Deutschland. Nach dem Tod von Dr. Markus Forster übernahm er im Jahr 2000 die Firma als alleiniger Geschäftsführer.

Mit dem Geothermieprojekt in Unterschleißheim, das die Hydroisotop zusammen mit der Montanuniversität Leoben entwickelte und zwei vertikale Bohrungen abteufen ließ, stieg er 2003 in die tiefe Geothermie im Bayerischen Molassebecken ein. Im Vorfeld war er schon mit Analytik unter anderem in den Geothermieprojekten in Riehen und Bruchsal involviert. Seitdem wurde der Geschäftszweig der Betreuung von Geothermiebohrungen kontinuierlich ausgebaut. Unter anderem verhalf er der Geothermieanlage im österreichischen Bad Blumau mit CO2-Extraktionsanlage und Inhibitor wieder zu einer erfolgreichen und wirtschaftlichen Produktion.

Die Aufnahme seines Sohnes Dr. Florian Eichinger in die Geschäftsführung der Firma ermöglichte es Dr. Lorenz Eichinger, neben der Geschäftsführung wieder mehr Zeit für seine wissenschaftlichen Interessen und die erweiterte Anwendung von Isotopenmethoden zu finden. Vergangenen Freitag ist Dr. Lorenz Eichinger im Alter von 72 Jahren verstorben.

"Wir verlieren mit Dr. Lorenz Eichinger einen hervorragenden Wissenschaftler, der mit den innovativen Ansätzen der Isotopenmethoden viel zum Verständnis von Grundwassersystemen, vor allem im Süddeutschen Molassebecken, beigetragen hat", sagt Dr. Jochen Schneider, ein früherer Mitarbeiter der Hydroisotop GmbH. "Unsere Gedanken sind bei seiner Familie und seinen Mitarbeitern."

Schlagworte

Verwandte Nachrichten