Überraschung in der Steiermark: Seismische Messungen schon ab Februar 2026 rund um Graz

09.01.2026 | Erkundung & Analyse
Um die Fernwärmesparte der Energie Graz wird gerungen.

Nach dem vorläufigen Projekt-Stopp im Herbst 2025 kommt jetzt überraschend viel Bewegung in das Geothermie-Projekt rund um Graz: Die OMV will schon im Februar die Vibrationsfahrzeuge zur seismischen Erkundung losschicken. Das ist die Basis für das 500-Millionen-Euro-Vorhaben, um bis 2030 gut die Hälfte des Grazer Fernwärmebedarfs zu decken.

Die Vorgeschichte des Grazer Geothermie-Projekts: Die Stadt Graz war im vergangenen Jahr nicht bereit, umfassende Haftungen zu übernehmen. Die Rede war von bis zu 200 Millionen Euro. Tagelang tobte eine kommunalpolitische Schlammschlacht. Das Versorgungsunternehmen Energie Steiermark legte sogar ein Angebot für die Übernahme der Energie Graz vor, was im Rathaus brüsk abgelehnt wurde. Dann wurde ein „Friedensabkommen“ geschlossen und neue Gespräche konnten beginnen.

Wie die "Kronen-Zeitung" und die "Kleine Zeitung" jetzt berichten, starten schon im Februar 2026 die seismischen Messungen in acht steirischen Bezirken (Graz, Graz-Umgebung, Südoststeiermark, Hartberg-Fürstenfeld, Weiz, Voitsberg, Leibnitz und Deutschlandsberg). Auf einer Länge von 900 Kilometern wird untersucht, wo besonders viel heißes Wasser in der Erde zu finden ist. Die Messungen gehen in bis zu 3,5 Kilometer Tiefe. Dauern sollen die Arbeiten bis April.

Die Kosten von fünf Millionen Euro übernimmt die Energie Steiermark – „verbunden mit der großen Hoffnung, dass die konstruktiven Gespräche mit der Stadt Graz zu einem guten Ende kommen“, so Unternehmenssprecher Urs Harnik. Das Projekt soll also unbedingt am Leben erhalten bleiben.  

Quelle:

Kleine Zeitung / Kronen-Zeitung

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