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Unterhaching: Knapek wehrt sich gegen Angriffe aus dem Gemeinderat

4. März 2013

In Unterhaching werfen Gemeinderäte dem Altbürgermeister Dr. Erwin Knapek vor, der Kommune mit dem Geothermieprojekt ein "Fass ohne Boden" hinterlassen zu haben. In einem Interview mit dem Informationsportal Tiefe Geothermie setzt sich Knapek nun zur Wehr.

Grund für den Unmut in der Haushaltsdebatte des Gemeinderats war die Tatsache, dass die Gemeinde 2013 weitere vier Millionen Euro zum Geothermieprojekt zuschießen muss. Grünen-Chefin Christine Helming bezeichnete die Geothermie laut einem Bericht des Münchner Merkurs vom Freitag vergangene Woche deshalb als „Fass ohne Boden“ und mahnte: „Wir brauchen dringend Visionen, um aus dieser Situation herauszukommen. Es kann nicht angehen, dass die Geothermie für Jahrzehnte unseren finanziellen Spielraum einengt wie derzeit.“

Auch die CSU übte heftige Kritik am Altbürgermeister, wie der Münchner Merkur berichtet: Das Erbe, das Herr Knapek hier hinterlassen hätte, sei eine große Belastung für die Gemeinde, so das Ratsmitglied Christian Dollinger. Das Konzept, das Kraftwerk über die Einnahmen aus der Stromerzeugung zu refinanzieren, sei "schlicht gescheitert."

In einem aktuellen Interview mit dem Informationsportal Tiefe Geothermie setzt sich Erwin Knapek nun gegen die Vorwürfe aus den Reihen des Gemeinderats zur Wehr. Der finanzielle Webfehler des Pojekts sei die zu geringe Eigenkapitalausstattung. Wegen deutlich höherer Bohrkosten als geplant wäre damals eine Aufstockung von 7,5 Millionen auf 20 Millionen nötig gewesen. Doch der Gemeinderat lehnte seinerzeit ab. "Hier muss ich mir selbst den Vorwurf machen, dass ich im letzten Jahr meiner Amtszeit nicht vehement zur Aufstockung des Eigenkapitals gedrungen hatte", so Knapek.

Dass ihm nun vorgeworfen wird, er habe seinerzeit zu sehr auf Stromerzeugung gesetzt und damit die finanzielle Schieflage des Projekts verursacht, hält Knapek für unlauter: "Es wird oft vergessen, dass 2001/2002 durchweg einstimmige Beschlüsse für das Geothermieprojekt, auch für die Stromerzeugung gefasst wurden."

Im Gegensatz zu Dollinger sieht Knapek das Problem nicht in der Kraftwerkstechnik. "Das Kraftwerk läuft sehr gut. Die Probleme mit dem Kalina Prozess zu Anfang sind alle behoben. Das eigentliche Problem ist die Förderpumpe für das Thermalwasser", so Knapek in dem Interview. Denn die bsilang verfügbaren Pumpen würden nicht ausreichen, um die Schüttung ausreichend gut auszunutzen und genug Energie für Strom und Wärme herauszuholen. "Hätten wir diese leistungsfähigen Pumpen, so könnten wir von Februar bis November parallel zum Wärmebetrieb auch Strom erzeugen."

Das vollständige Interview mit Dr. Erwin Knapek finden Sie hier. (mb)

Quelle: 

Münchner Merkur

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