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Verzögerungen beim Geothermie-Projekt Ried in Österreich

16. April 2010

Das größte Geothermie-Projekt Österreichs in Ried/ Mehrnbach hat Schwierigkeiten die Genehmigung der zuständigen Förderstelle zu erhalten.

Die offizielle Begründung lautete dahingehend, dass die Unterlagen nicht vollständig seien, da keine rechtlich verbindliche Liste mit Energieabnahmeverträgen künftiger Geothermiegroßkunden vorliege.
Mittlerweile verpflichteten sich Großabnehmer unter Vorbehalt der Wirtschaftlichkeit, darunter auch die Gemeinde Ried, künftig Abnehmer der Fernwärme zu sein. Die Förderung beträgt 30 Prozent der geschätzten 30 Millionen Euro der ersten Ausbaustufe, die Erschließung und Verteilung der Fernwärme umfasst. Insgesamt wird das größte österreichische Geothermie-Projekt auf 52 Millionen Euro veranschlagt. Eine Entscheidung der zuständigen Förderstele steht noch aus und eine Entscheidung wird im Juni erwartet.

Das Geothermieprojekt in Ried wird zusammen mit der Nachbargemeinde Mehrnbach eine 2700 m tiefe Bohrung abteufen. Hierfür soll eine Heißwasserquelle in der Gemeinde Mehrnbach genutzt werden. Gerechnet wird mit Temperaturen um 100 °C. Anhand geologischer Untersuchungen und Erfahrungswerte der umliegenden Geothermieprojekte in Altheim, Braunau-Simbach, St. Martin und Geinberg wird von einer Wasserförderung von bis zu 150 Litern pro Sekunde ausgegangen. Die Erschließungsbohrung ist auf den Malmbereich ausgerichtet. Die Fündigkeitswahrscheinlichkeit liegt nach Expertenmeinung bei 90 Prozent. Die Erschließung der Quelle wird bei rund 12,5 Millionen Euro liegen.

In der ersten Ausbaustufe sollen pro Jahr 55 GWh an rund 250 Rieder Kunde geliefert werden. Im Vollausbau des Rieder Fernwärmenetzes sind 90 GWh Wärme für 1300 regionalen Wärmeverbraucher geplant. In Mehrnbach sollen in der ersten Phase 150 Haushalte und öffentliche Gebäude beliefert werden. Es sind um die 20 Trassenkilometer Leitungen geplant, wobei für die Stadt Ried rund 13 Millionen Euro und auf Mehrnbach rund 4 Millionen Euro für das Fernwärmenetz veranschlagt sind.

Der Mehrnbacher Bürgermeister Peter Bahn sieht für die 2400-Einwohner-Gemeinde einen Standortvorteil durch das Fernwärmeangebot für künftige Betriebsansiedelungen. Eine EU-weite Ausschreibung für die Bohrung läuft bereits. Zu Beginn der Heizsaison 2011 sollen bereits die ersten Kunden versorgt werden. (va)

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