„Die Geothermie stabilisiert sich“, erklärte Stefan Hafner, Geschäftsführer der Gemeindewerke Holzkirchen, laut einem Bericht des Münchner Merkur bei der Vorstellung des neuen Wirtschaftsplans. Nach dem Pumpendilemma, das den Ort in den vergangenen Jahren eine Millionensumme kostete, herrscht in Holzkirchen gerade vorsichtiger Optimismus.
Denn die aktuell laufende Pumpe, die im Juli 2025 nach zwei unmittelbar aufeinanderfolgenden Ausfällen eingebaut wurde, zeigt sich stabil. Laut Bürgermeister Christoph Schmid handelt es sich um ein Modell, das zuvor regulär ausgebaut und dann vom Hersteller generalüberholt wurde. Nach dem erneuten Einbau läuft diese Pumpe nun seit neun Monaten reibungslos.
„Wir kommen langsam in den Rhythmus, den wir dringend brauchen“, sagte Bürgermeister Schmid laut Münchner Merkur. Eine Pumpenlaufzeit von 14 bis 15 Monaten wäre wirtschaftlich wünschenswert. Den nächsten Wechsel plant die Holzkirchener Geothermie GmbH im Sommer, berichtete Gemeindewerke-Chef Hafner. Dann soll ein komplett neues Pumpensystem zum Einsatz kommen, das neu angeschafft wird. Vor allem dafür braucht die GmbH frisches Geld: Mit 1,55 Millionen Euro stockt die Gemeinde in diesem Jahr das Eigenkapital der Geothermie auf, heißt es in dem Bericht.
Insgesamt betrachtet nähere sich die Anlage der Kostendeckung, erklärte Gemeindewerke-Chef Hafner. Die Einnahmen stammen derzeit noch vor allem aus der Stromproduktion. „Wir produzieren elf Prozent des gesamten Geothermie-Stroms in ganz Deutschland“, erklärte Bürgermeister Schmid. Die Stromerlöse von jährlich knapp sechs Millionen Euro bedienen die Kredite der Baukosten, reichen aber nicht, um die Pumpenmisere der Anfangsjahre aufzufangen.
Noch bis zum Jahr 2039 fließt die garantierte EEG-Vergütung. Bis dahin soll sich die Anlage mit dem Stromverkauf schuldenfrei gearbeitet haben, um dann vor allem das örtliche Fernwärmenetz zu versorgen. „Deswegen müssen wir das Netz ausbauen und stabilisieren“, sagt Bürgermeister Schmid. Deshalb entstehen auf dem Geothermie-Gelände derzeit zwei gasbetriebene Heißwasserkessel, die als Nachfolger der drei dezentralen Heizzentralen im Ort zur Sicherheit vorgehalten werden, wenn die Geothermie stillsteht.
Münchner Merkur