Vulcan Energy stemmt großes Finanzierungspaket: 2,2 Milliarden Euro für die Umsetzungs des Lithium- und Geothermieprojekts "Lionheart"

03.12.2025 | Finanzierung
Vulcans "Lionheart"-Projekt zielt darauf ab, jährlich bis zu 24.000 Tonnen Lithiumhydroxidmonohydrat zu produzieren.

Das Lithium- und Geothermie-Projekt des australischen Unternehmens Vulcan Energy im Oberrheingraben wird zur ersten Investition des neuen deutschen Rohstofffonds: Bis zu 150 Millionen Euro steckt die Bundesregierung in die Umsetzung des "Lionheart"-Projekts. Mit dem Finanzierungspaket in Höhe von insgesamt 2,2 Milliarden Euro kann das Unternehmen nun in die Umsetzungsphase übergehen.

Vulcan Energy hat die Finanzierung für die erste Phase seines Lithium- und Geothermieprojekts „Lionheart“ im Oberrheingraben abgeschlossen. Das Gesamtpaket umfasst 2,2 Milliarden Euro. Damit kann Vulcan nun den Bau der kommerziellen Anlagen starten. 

Ein zentraler Baustein des Finanzierungspakets ist die Beteiligung öffentlicher Investoren. Dazu gehört eine Investition der staatlichen Förderbank KfW aus dem Rohstofffonds der Bundesregierung in Höhe von 150 Millionen Euro. Es handelt sich um die erste Beteiligung dieses Fonds, heißt es in der Pressemitteilung von Vulcan Energy.

Der Fonds wurde 2024 mit einem Gesamtvolumen von einer Milliarde Euro eingerichtet, um die Versorgung der deutschen Wirtschaft mit kritischen Rohstoffen zu unterstützen. Ergänzt wird der staatliche Anteil durch weitere 204 Millionen Euro an Fördermittel vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz sowie den Ländern Rheinland-Pfalz und Hessen, die sowohl in den geothermischen Teil des Projekts als auch in den Aufbau der Lithium-Produktion fließen.

Neben den öffentlichen Geldern hat Vulcan ein Fremdfinanzierungspaket in Höhe von knapp 1,2 Milliarden Euro vereinbart. Es wird von einem internationalen Konsortium aus 13 Finanzpartnern bereitgestellt. Hierzu gehört mit der Europäischen Investitionsbank eine weitere Förderbank. Dieses Geldhaus stellt 250 Millionen Euro bereit. Zudem sind mehrere Exportkreditagenturen und verschiedene Geschäftsbanken Teil des Konsortiums. 

Hochtief beteiligt sich mit 130 Millionen Euro an Vulcan

Zusätzlich beteiligen sich Industriepartner wie Hochtief, Siemens Financial Services und Demeter mit insgesamt 133 Millionen Euro. Vulcan selbst steuert 528 Millionen Euro an Eigenkapital bei, das unter anderem über die Ausgabe neuer Aktien eingeworben wurde. Innerhalb dieses Betrags fallen 130 Millionen Euro auf eine strategische Beteiligung von Hochtief. Das Unternehmen hat gemeinsam mit Sedgman, einem Anbieter von Lösungen für die Mineralaufbereitung, ein Joint Ventures gegründet. Dieses soll Planungs- und Managementaufgaben für den Bau der Lithiumextraktionsanlage (LEP) in Landau und der Zentralen Lithiumanlage (CLP) in Frankfurt-Höchst übernehmen.  

Mit dem Lionheart-Projekt soll eine jährliche Produktion von bis zu 24.000 Tonnen Lithiumhydroxidmonohydrat erreicht werden. Rechnerisch ließen sich damit etwa 500.000 Elektrofahrzeuge pro Jahr mit dem benötigten Batterierohstoff versorgen. Die Genehmigung für den Bau der Anlage in Landau hat Vulcan Energy Anfang November erhalten. Parallel dazu plant das Unternehmen die Bereitstellung erneuerbarer Wärme von bis zu 560.000 MWh sowie einer Stromproduktion von bis zu 275.000 MWh pro Jahr für die Region um Landau in der Pfalz. 

Grundlage dafür werden eine kombinierte Geothermie- und Lithiumextraktionsanlage in Landau sowie eine zentrale Weiterverarbeitungsanlage in Frankfurt-Höchst sein. Ergänzt werden die Anlagen durch zusätzliche Tiefbohrungen und den Ausbau der notwendigen Energie- und Transportinfrastruktur. Die Projektlaufzeit ist auf rund 30 Jahre ausgelegt, die Bauarbeiten sollen in den kommenden Tagen bereits beginnen.

Quelle:

Vulcan Energy