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Weilheim: Enel investiert in Oberbayern

13. Januar 2016

Seit Jahren laufen die Planungen für Deutschlands größtes Geothermie-Projekt im oberbayerischen Weilheim. Nun steht die Umsetzung unmittelbar bevor. Noch in diesem Jahr soll gebohrt werden.

Als nördlichste Stadt Italiens bezeichnet sich München gerne. In der Tat, wird Norditalien durch die andauernden plattentektonischen Bewegungen des Alpenorogens in knapp 50 Millionen auf der Höhe der bayerischen Hauptstadt liegen.

Doch so lange wird es nicht dauern, bis sich Italien und Oberbayern vereinen. Wie die Tageszeitung Die Welt heute meldet, übernimmt der italienische Stromkonzern Enel über seine Tochtergesellschaft Enel Green Power die Mehrheitsanteile an der bayerischen Betreibergesellschaft Erdwärme Oberland GmbH, die bereits seit mehreren Jahren das Geothermie-Projekt Weilheim entwickelt. Die Planungen sind ehrgeizig. Mit anvisierten 26 MW soll es das leistungsstärkste stromgeführte Geothermie-Kraftwerk in Deutschland werden. Derzeit sind in Deutschland 32 elektrische Megawatt installiert. Verläuft alles planmäßig, wird sich über das Weilheimer Geothermie-Projekt die installierte Leistung nahezu verdoppeln. Schon in zwei Jahren könnten bis zu 90.000 Haushalte in der Weilheimer Region mit dem Strom aus der Tiefe versorgt werden.

Die Vorerkundungsphase für das Weilheimer Projekt ist längst abgeschlossen. Im Februar 2011 wurde die 3D Seismik-Kampagne beendet und die Daten sorgfältig ausgewertet. Wie Die Welt meldet, soll bereits im März dieses Jahres mit den Bohrungen begonnen werden.

Enel ist kein unbeschriebenes Blatt in der Branche. Derzeit betreibt der italienische Stromproduzent 37 Geothermie-Projekte, der größte Teil davon lokalisiert in der Toskana. Die Region deckt ein Drittel ihres Strombedarfs über die Tiefe Geothermie, denn die tektonische Lage des Landes erlaubt eine Hochtemperatur-Nutzung, anders als in Deutschland. Doch der Leiter der Geothermie bei Enel Green Power Italien, Massimo Montemaggi, sieht gute Voraussetzungen für eine tiefengeothermische Energiegewinnung in Oberbayern. Der tiefengeothermische Gradient stimmt, die Thermalwassertemperaturen der umliegenden Projekte sind optimal.

Mit der großdimensionierten Erschließung des Weilheimer Tiefenreservoirs würde der Ausbau der Tiefen Geothermie in Deutschland einen deutlichen Aufschwung erfahren. Die Zeit ist reif, denn die Grundlastbereitstellung durch diese Technologie stabilisiert den regenerativen Energiemarkt. Spätestens seit dem Abkommen auf dem UN-Klimagipfel COP21 in Paris 2015 haben es sich die Staaten selbst auferlegt, den Ausbau der Erneuerbare-Energie-Branche vorantreiben. In diesem Sinne könnte das Geothermie-Projekt Weilheim in Deutschland Geschichte für die Branche schreiben. (sv)

Quelle: 

Die Welt

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