Die weltweite Gesamtkapazität der erneuerbaren Energien stieg im Jahr 2025 um 15,5 Prozent auf jetzt 5149 Gigawatt (GW). Das berichtet die Internationale Organisation für Erneuerbare Energien (IRENA). Der Bericht fällt in eine Zeit, in der das Thema Energie aufgrund der geopolitischen Krisen wieder ins weltweite Rampenlicht rückte. Insbesondere die Eskalation im Nahen Osten weckt neue Bedenken hinsichtlich der Versorgungssicherheit und der Preisschwankungen fossiler Brennstoffe.
Vor diesem Hintergrund gewinnen erneuerbare Energien an Bedeutung, heißt es im aktuellen Bericht der IRENA. Mit ihnen sind resilientere Energiesysteme möglich, die weniger anfällig für internationale Krisen sind. Erneuerbare Energie wird vor Ort erzeugt, sie ist kostengünstig und sofort abrufbar. Ein höherer Anteil erneuerbarer Energien im nationalen Energiemix führt in der Regel zu einer geringeren Abhängigkeit von internationalen Brennstoffmärkten.
Der Generaldirektor der IRENA, Francesco La Camera, kommentierte die aktuellen Zahlen wie folgt: „Inmitten unsicherer Zeiten schreitet der Ausbau der erneuerbaren Energien beständig und unerschütterlich voran. Dies ist nicht nur ein Zeichen für bestimmte Marktpräferenzen, sondern belegt auch mit aller Deutlichkeit, dass erneuerbare Energien Stabilität bieten. Ein stärker dezentralisiertes Energiesystem mit einem wachsenden Anteil an erneuerbaren Energien und mehr Marktteilnehmern ist strukturell gesehen stabiler. Länder, die in die Energiewende investiert haben, überstehen diese Krise mit geringeren wirtschaftlichen Schäden, da sie damit für mehr Energiesicherheit, Stabilität und Wettbewerbsfähigkeit sorgen.“
Wie bereits im Vorjahr machte die Solarenergie mit 511 GW beziehungsweise einem Anteil von etwa 75 Prozent den größten Teil des Gesamtausbaus an erneuerbaren Energien aus. Die Windenergie folgte mit einem Zuwachs von 159 GW. Gemeinsam verzeichneten Solar- und Windenergie im vergangenen Jahr fast 97 Prozent des gesamten Nettoausbaus bei den erneuerbaren Energien. Die weltweite Kapazität der Geothermie wuchs im Vergleich dazu nur minimal um 0,3 GW. Der Ausbau erfolgte mit einem Plus von 1,7 Prozent in einer ähnlichen Größenordnung wie im Jahr 2024. Die Philippinen und Indonesien trugen bei der Geothermie jeweils 0,1 GW zum Ausbau bei, gefolgt von Deutschland, der Türkei und Japan.
Der Bericht der IRENA bestätigt aber auch die anhaltenden und erheblichen Unterschiede zwischen den Ländern und Regionen. Asien lag mit einem Anteil von 74,2 Prozent an der gesamten neu installierten Leistung aus erneuerbaren Energien weiterhin an der Spitze. Der Ausbau von 513,3 GW entspricht einer Wachstumsrate von 21,6 Prozent. Afrika verzeichnete seinen höchsten Leistungszuwachs mit einem Anstieg um 15,9 Prozent beziehungsweise 11,3 GW, angeführt von Äthiopien, Südafrika und Ägypten. Eine weitere Region, die ihren bisher größten jährlichen Zuwachs verzeichnete, ist der Nahe Osten, der um 28,9 Prozent zulegte und von Saudi-Arabien angeführt wurde.
Bei der weltweiten Gesamtkapazität behält Asien seine Spitzenposition mit 2891 GW aus erneuerbaren Energien, gefolgt von Europa mit insgesamt 934 GW. Mittelamerika und die Karibik wiesen 2025 mit insgesamt 21 GW die geringste Kapazität aus erneuerbaren Energien auf. Diese Diskrepanz verdeutlicht die Anfälligkeit von Volkswirtschaften mit geringem Anteil an erneuerbaren Energien und unterstreicht die dringende Notwendigkeit, diesen Anteil im Interesse der Energiesicherheit zu erhöhen.
Internationale Organisation für Erneuerbare Energien