Wie das Praxisforum Tiefengeothermie im Februar bekanntgegeben hat, liegt der Medianpreis für Fernwärme aus Tiefengeothermie in der Heizperiode 2025/26 bei 13,4 Cent pro Kilowattstunde Wärme. Insgesamt 18 Wärmenetze, die sich allesamt in Bayern befinden, werden aktuell mit der Energie aus einer Tiefengeothermie-Anlage versorgt. Für seine Berechnungen wertete das Praxisforum alle aktuellen Preisblätter der einzelnen Anbieter aus.
Der Verbraucherzentrale Bundesverband hat jetzt die Preise auf der Wärmepreis-Transparenzplattform betrachtet, die die Fernwärmeverbände AGFW, VKU und BDEW seit einigen Monaten gemeinsam betreiben (https://www.waermepreise.info). Von den rund 3800 Fernwärmenetzen in Deutschland sind hier allerdings nur die Preise von knapp 700 Anbietern aufgeführt. Die Teilnahme an der Transparenzplattform ist freiwillig. Die Medianpreise für Fernwärme liegen laut dem Verbraucherzentrale Bundesverband weiterhin bei etwa 17 Cent pro kWh. Das sind mehr als 25 Prozent über dem Medianpreis für Fernwärme aus Tiefengeothermie.
Sowohl das Praxisforum Tiefengeothermie als auch die Wärmepreis-Transparenzplattform legen der Beispielrechnung für ein Einfamilienhaus einen 15 kW-Anschluss und einen Jahresverbrauch von 27.000 kWh zugrunde. Der Durchschnittpreis auf der Wärmepreis-Transparenzplattform lag laut ZFK zum 1. Januar 2026 bei 15,7 Cent pro kWh. Dagegen liegt der aktuelle Durchschnittspreis für Fernwärme aus Tiefengeothermie bei 14,25 Cent pro kWh.
Deutliche Unterschiede gibt es auch bei den ermittelten Preisspannen: Bei der Fernwärme aus Tiefengeothermie bewegen sich die Preise zwischen 11,25 Cent pro kWh (beim derzeit günstigsten Anbieter Kirchweidach) und 17,70 Cent pro kWh (beim derzeit teuersten Anbieter Stadtwerke München für das Versorgungsgebiet Südost). Auf der Wärmepreis-Transparenzplattform ragt die Energie-, Wasser-, Abwassergesellschaft Geiseltal in Sachsen-Anhalt als günstigster Anbieter mit 8,45 Cent pro kWh heraus. Am teuersten war es im Januar 2026 im brandenburgische Seelow mit 36 Cent pro kWh.
Die großen Unterschiede lassen sich laut ZFK unter anderem durch lokale Faktoren wie Erzeugungsquelle, Netzlänge und Anschlusszahl erklären. Die ausgewerteten Daten zeigten, dass weiterhin Erdgas den Erzeugungsmix für Fernwärme dominiert. In 93 Prozent der erfassten Teilnetze spielt Erdgas eine Rolle. Und in 38 Prozent der Fälle wird Fernwärme sogar ausschließlich mit Erdgas erzeugt.
Noch in fast jedem zweiten Wärmenetz beträgt der Anteil an erneuerbaren Energien und unvermeidbarer Abwärme weniger als fünf Prozent. Erst durch drei Prozent der Netze fließt ausschließlich Wärme, die als klimaneutral eingestuft werden kann. Immerhin erfüllt fast jedes vierte Wärmenetz schon jetzt die Erneuerbaren-Vorgabe von mindestens 65 Prozent, die aktuell im Gebäudeenergiegesetz verankert ist. Die schwarz-rote Bundesregierung möchte diese Regel kippen.
Als eine Besonderheit der Analyse hob die ZFK hervor: „Der Durchschnittspreis bei Netzen, durch die schon jetzt zu 100 Prozent erneuerbare Energie oder unvermeidbare Abwärme fließen, liegt bei etwas unter 15 Cent pro kWh, Bezugsgröße sind Einfamilienhäuser.“ Und zwei der nur drei Netze, bei denen der Fernwärmepreis unter zehn Cent pro kWh liegt, werden ausschließlich mit grüner Wärme betrieben. Demgegenüber kostet Fernwärme, die zu weniger als fünf Prozent aus erneuerbaren Energieträgern oder unvermeidbarer Abwärme stammt, im Durchschnitt knapp 18 Cent pro kWh.
ZFK, Verbraucherzentrale Bundesverband