Schon im November 2023 hat die Gemeinde Grasbrunn gemeinsam mit ihren Nachbarkommunen Vaterstetten, Haar und Zorneding ein interkommunales Geothermieprojekt mit dem Namen GeoEnergie München-Ost (Gemo) gegründet. Den größten Anteil hält die Gemeinde Vaterstetten mit 45 Prozent, es folgen Grasbrunn mit 25 Prozent, Haar mit 20 Prozent sowie Zorneding mit 10 Prozent. Auf dem Bohrplatz in Vaterstetten sollen in diesem Herbst die Bohrarbeiten beginnen. Im Jahr 2028 soll erstmals mit Wärme aus Tiefengeothermie geheizt werden.
Für Grasbrunn soll die 25-prozentige Beteiligung an der Gemo aber nicht das einzige geothermische Standbein bleiben. Wie die Gemeinde jetzt bekanntgegeben hat, hat sie eine Aufsuchungserlaubnis für ein weiteres interkommunales Projekt erhalten. „Wir haben uns den bergrechtlichen Claim ‚Höhenkirchner Forst‘ gesichert, bevor andere die Rechte erworben hätten“, teilten der scheidende Bürgermeister Klaus Korneder und sein frisch gewählter Nachfolger Sebastian Stüwe mit. „Der frühzeitige Erwerb der Rechte schafft Planungssicherheit für Investitionen und Kooperationen, zum Beispiel mit den Kommunen der ARGE Wärmewende oder Energiegesellschaften.“
Die Arbeitsgemeinschaft (ARGE) Wärmewende haben die acht Kommunen Aying, Brunnthal, Grasbrunn, Hohenbrunn, Höhenkirchen-Siegertsbrunn, Neubiberg, Putzbrunn und Taufkirchen gemeinsam mit dem Landkreis München gegründet. Ein Fokus der ARGE liegt dank der besonderen geologischen Bedingungen im Münchner Umland auf der Nutzung der Tiefengeothermie. Gerade für kleinere und mittlere Kommunen ist es sinnvoll, bei der Energie- und Wärmewende interkommunal zusammenzuarbeiten, heißt es bei der ARGE. Eine Aufteilung der umfangreichen und vielschichtigen Herausforderungen lässt die beteiligten Gemeinden auf große Synergieeffekte hoffen.
„Aus organisatorischen Gründen ist es aber einfacher, wenn sich nicht die gesamte ARGE, sondern eine einzelne Gemeinde den Claim sichert“, erläuterte Grasbrunns Noch-Bürgermeister Klaus Korneder im Gespräch mit dem Informationsportal Tiefe Geothermie das Vorgehen. Und dass sich Grasbrunn zusätzlich zur Gemo um ein zweites Tiefengeothermie-Projekt bemüht, hat laut Korneder gleich mehrere gute Gründe. Einerseits habe man sich in Grasbrunn hohe Ziele bei der Energieautarkie gesetzt. Andererseits lassen sich vom Bohrplatz der Gemo nahe der Autobahnraststätte Vaterstetten nicht alle Grasbrunner Ortsteile auf kurzen Wegen anschließen. Aus dem Claim „Höhenkirchner Forst“ heraus werde so manche Anbindung leichter und damit auch billiger.
Die Erlaubnis gilt zunächst bis Oktober 2030 und kann verlängert werden, wenn bis August 2030 mit dem Bau eines Bohrplatzes begonnen wird. Zunächst sollen Partnergemeinden gefunden werden und die geeignete Rechtsform für eine Betreibergesellschaft festgelegt werden. Anschließend wird die Förderung über das Bundesprogramm für effiziente Wärmenetze beantragt. Erst danach können die Bohrungen für die Erdwärmegewinnung erfolgen.
Gemeinde Grasbrunn