Auf dem Bohrplatz für die geplante Geothermie-Bohrung in Neudau sollte eigentlich schon der Bohrturm stehen. Doch das Projekt in der oststeirischen Gemeinde verzögert sich – obwohl es sich um ein Großprojekt mit Vorbildcharakter handelt. Grundbesitzer Alexander Kottulinsky und Projektleiter Peter Miksch sind verärgert, wie die „Kleine Zeitung“ in der Steiermark berichtet.
Wie im vergangenen Jahr bekannt wurde, soll in Neudau ein 20 Hektar großes Gewächshaus entstehen, das mit Wärme aus Tiefengeothermie beheizt werden soll. Mehr als 90 Millionen Euro werden investiert. Betrieben werden soll das Gewächshaus vom Gemüse- und Obstproduzenten Frutura. Rund 250 Arbeitsplätze sollen entstehen.
Der Grund für die plötzliche Verzögerung ist ein anderes Projekt. In sieben Kilometern Entfernung plant auch die Therme Bad Blumau eine neue Bohrung. Zwei Vorhaben in so einem geringen Abstand dürfen jedoch aus Umweltschutzgründen nicht zeitgleich umgesetzt werden. Deshalb müssen sie nun von den Behörden auf Machbarkeit, Relevanz und Wertschöpfung geprüft werden, um zu entscheiden, welches Projekt zuerst loslegen darf.
Projektleiter Peter Miksch zeigt sich überzeugt davon, dass sein Projekt Vorrang bekommt. Die Befürchtung von Grundbesitzer Alexander Kottulinsky ist jedoch, dass es sich durch Einsprüche noch ein Jahr oder mehr hinauszögern könnte. Dabei sollte diese Geothermie-Bohrung bereits im nächsten Winter viel Energie für die Gemeinden Neudau, Burgau und Stegersbach liefern. „Die zusätzlichen Kosten, die nun durch die Verzögerung entstehen, sind noch gar nicht abschätzbar für uns“, sagt Kottulinsky.
Kleine Zeitung