Die AFK-Geothermie war bei ihrer Gründung im Jahr 2008 das erste interkommunale Geothermie-Projekt in Deutschland. In den drei Gemeinden Aschheim, Kirchheim und Feldkirchen, die insgesamt rund 31.000 Einwohner zählen, sind derzeit etwa 1.700 Gebäude ans Wärmenetz angeschlossen. Aufgrund der stetig steigenden Nachfrage kam die AFK in den vergangenen Jahren aber zunehmend an ihre Kapazitätsgrenzen.
Hinzu kam, dass sich der bisherige Energiemix aus zwei Dritteln Geothermie und gut einem Drittel Erdgas zu einem Problem entwickelte. Die stark gestiegenen Gaspreise führten zu hohen Wärmepreisen für die Kunden und brachten die AFK in die Kritik. Dem treten die Kommunen nun mit einem „Transformationsplan“ für die AFK entgegen, über den die Süddeutsche Zeitung berichtete.
Als zentrale Maßnahme soll eine zweite Tiefbohrung in diesem Jahr die Kapazitäten der AFK deutlich erhöhen und den Geothermie-Anteil im Wärmenetz auf mehr als 90 Prozent heben. Etwa 1200 weitere Haushalte und Betriebe könnten dadurch zusätzlich an die Geothermie angeschlossen werden, erklärte AFK-Geschäftsführerin Martina Serdjuk dem SZ-Bericht zufolge während einer Informationsveranstaltung für die Gemeinderatsmitglieder der drei Kommunen.
Der Wunsch nach einer zweiten Dublette sei schon länger laut geworden. Bislang sei diese aber an der Finanzierung gescheitert. Auch dank der verbesserten politischen Rahmenbedingungen, will die AFK das Großprojekt nun angehen. Von den rund 50 Millionen Euro Gesamtkosten haben die drei Gemeinden rund 5 Millionen Euro selbst aufzubringen. 20 Millionen Euro stammen aus Fördermitteln und die restlichen 25 Millionen Euro finanziert die AFK über Kredite, heißt es in dem Bericht.
Bereits im Frühjahr 2026 soll – parallel zu den Vorbereitungen der neuen Bohrungen – der Bau einer zweiten Energiezentrale beginnen, in der Wärmetauscher und Trafo untergebracht sind. Voraussichtlich ab Mitte 2027 soll die neue Anlage in Betrieb gehen und das Wärmenetz verstärken. Begleitend werde das Wärmenetz ausgebaut und die Geothermie-Anlage soll mit Wärmepumpen noch effizienter gemacht werden. Langfristig sieht der Plan vor, dass die Wärme bis 2045 vollständig aus erneuerbaren Energien kommt und die AFK bis dahin auch etwa die Hälfte des gesamten Wärmebedarfs der drei Kommunen abdeckt.
Als Zeichen für mehr Transparenz bietet die AFK künftig Führungen durch die Geothermie-Anlage an. Für November ist eine Kundenveranstaltung in Kirchheim geplant. Die Kommunalpolitiker sollen in regelmäßigen Abständen über den Fortschritt informiert werden. „Wir sind auf einem sehr guten Weg“, sagte Andreas Janson (Unabhängige Wählervereinigung), Bürgermeister von Feldkirchen und derzeit Vorsitzender des AFK-Aufsichtsrats. Auch wenn es zu Beginn einige Fragen gegeben habe, müsse man den Gründervätern der AFK rückblickend dankbar sein für ihren Mut und Weitblick. „Nun ist es an uns, diesen Schatz auch weiterhin bestmöglich nach oben zu bringen.“
Süddeutsche Zeitung