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Deutsche ErdWärme GmbH & Co. KG
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76133 Karlsruhe
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Im Mai 2018 wurde für das Projekt in Graben-Neudorf mit der geologischen Analyse von bereits vorhandenen Messergebnissen aus vorangegangenen 2D- und 3D-Seismiken begonnen. Es folgte die Bewilligung der Aufsuchungserlaubnis für das Aufsuchungsgebiet Erlich durch das Bergamt Freiburg im September und die Bauvoranfrage im Oktober 2019.
Neben weiteren geothermischen Projekten in der Region ist Graben-Neudorf hinsichtlich der Planung und Erkundung am weitesten fortgeschritten. Basierend auf Daten der seismischen 3D-Messung ermittelte die Deutsche ErdWärme GmbH ein potenzielles Thermalwasserreservoir in einer Tiefe von ca. 3.500 bis 3.700 Metern. In dem dortigen Buntsandstein wurde zunächst mit einem Wärmeaufkommen von etwa 160 Grad Celsius gerechnet.
Nach einem Beschluss der Gemeinde Graben-Neudorf, sich im Jahr 2020 für den Energy Award zu bewerben, wurde die Umwelt- und Energieagentur Kreis Karlsruhe GmbH mit einer Untersuchung des lokalen Wärmebedarfs sowie mit der Planung von Wärmenetzen beauftragt. Im Folgejahr wurde die umliegende Bevölkerung umfassend über das geplante Geothermieprojekt informiert. Darüber hinaus wurde der Hauptbetriebsplan eingereicht und das Grundstück für die geplante Anlage erworben. Nach der Bestätigung des Hauptbetriebsplans im Jahr 2021 begann der Bohrplatzbau, der im Mai 2022 abgeschlossen wurde.
Die erste der zwei in Graben-Neudorf geplanten Bohrungen wurde im Juni 2023 fertiggestellt. Nach einem erfolgreichen ersten Injektionstest wurde es lange ruhig um das Projekt. Im November 2025 begann ein mehrwöchiger Langzeittest, um zu überprüfen, ob in Zukunft genügend Wärme für ein regionales Fernwärmenetz bereitgestellt werden kann.
Im Verlauf dieses Tests sollen mehrmals größere Mengen Wasser in den heißen Untergrund gepumpt werden. Dabei wird Druck angewendet - aber nur so viel Druck, dass keine größeren seismischen Folgen entstehen. Am 15. November 2025 wurde ein mikroseismisches Ereignis im Zuge des Langzeittests aufgezeichnet. Die gemessene Bodenschwinggeschwindigkeit von 0,307 Millimetern pro Sekunde (mm/s) lag laut Mitteilung am unteren Rand des gelben Bereichs des Ampelsystems.
In diesem Bereich, der von 0,3 bis 3 mm/s reicht, können seismische Ereignisse potenziell leicht spürbar sein, verursachen aber keine Schäden. Erst ab 3 mm/s, also der rund zehnfachen Stärke des jetzt gemessenen Ereignisses, ist der rote Bereich erreicht, ab dem potenziell Schäden an Gebäuden wie Putzrisse möglich wären. Sollten sich die Werte, die über ein seismisches Monitoring in Echtzeit rund um die Uhr überwacht werden, einer Schwelle nähern, bei der Schäden möglich wären, wird der Betrieb in Graben-Neudorf sofort heruntergefahren. Da das Ereignis vom 15. November weit unterhalb dieser Schwelle liegt, kann der Test wie geplant fortgesetzt werden.
Wenn alles nach Plan verläuft, soll 2026 die zweite Bohrung folgen. Sie ist notwendig, um die Anlage überhaupt betreiben zu können. Einen genauen Termin dafür gibt es aber noch nicht. Das Ziel ist, ab 2029 im Regelbetrieb heißes Thermalwasser aus der Tiefe zu fördern.