Grünwald

Projektgebiet:
Geothermieanlage Grünwald
Status
in Betrieb
TH 1 in m (MD)
4.083
TH 2 in m (MD)
4.453
Nutzungsart
Hydrothermal, Dublette
Temperatur in °C
128
Stromerzeugungsverfahren
ORC
Förderrate in L/s
160
Zielnutzhorizont
Malm
Installierte thermische Leistung in MW
40
Installierte elektrische Leistung in MW
3,5

Kontakt

Erdwärme Grünwald GmbH
Rathausstraße 3
82031 Grünwald
Telefon: (089) 620 30 85 25
Telefax: (089) 620 30 85 20
E-Mail: info [at] erdwaerme-gruenwald.de
 

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In Oberhaching-Laufzorn, einige Kilometer südlich von München gelegen, hat die Gemeinde Grünwald im Jahr 2011 ein Geothermie-Projekt mit zwei Bohrungen realisiert, um Wärme zu gewinnen und Strom zu erzeugen. Eine Besonderheit ist der Wärmeverbund mit dem Nachbarprojekt in Unterhaching, der erstmals eine geothermische Spitzenlastabdeckung und Redundanz ermöglicht. Das zweite Geothermie-Werk der Gemeinde Grünwald befindet sich seit 2024 in der Verwirklichung.

Die Gemeinde Grünwald sicherte sich 2008 für fünf Millionen Euro den Geothermie-Claim im Nachbarort Oberhaching, Ortsteil Laufzorn, den sich ursprünglich das Unternehmen Astherm gesichert und seit 2004 vorentwickelt hatte. 

Nach der Gründung der Erdwärme Grünwald GmbH begannen im August 2009 die Bohrarbeiten für eine Dublette, die im Frühjahr 2010 abgeschlossen wurden. Die mehrwöchigen Pumptests im Juni 2010 lieferten ausgezeichnete Ergebnisse mit einer Temperatur von 128 Grad Celsius und einer Schüttung von 140 Litern pro Sekunde, aber auch eine starke Geruchsbelästigung durch Schwefelwasserstoff.

Das Geothermie-Heizkraftwerk in Laufzorn nahm im Oktober 2011 den Betrieb auf und das Fernwärmenetz wird kontinuierlich ausgebaut. Früh angeschlossen wurde neben vielen privaten Haushalten und öffentlichen Einrichtungen auch die Bavaria Filmstadt. 2013 schlossen die Erdwärme Grünwald und die Geothermie Unterhaching einen Fernwärmeverbund. Gebaut wurde dafür eine fünf Kilometer lange Leitung zwischen den beiden Geothermie-Anlagen in Laufzorn und Unterhaching. 

Die ebenfalls geplante Wärmeversorgung von Oberhaching konnte dagegen nicht realisiert werden. Oberhaching ist stattdessen an dem Geothermie-Projekt im benachbarten Taufkirchen beteiligt und bezieht geothermische Wärme von dort.

Im Oktober 2013 wurde die damals leistungsstärkste Tauchkreiselpumpe in 760 Metern Tiefe eingebaut. Damit ist eine Förderrate von 160 Litern pro Sekunde möglich. Seit 2016 läuft sie unter Volllast, weil mit der Wärmeversorgung von Grünwald, dem Wärmeverbund mit Unterhaching und der ORC-Anlage in Laufzorn mehr thermische Leistung bereitgestellt werden muss.

Das ORC-Kraftwerk der Erdwärme Grünwald wurde im Oktober 2015 in Betrieb genommen. Es hat eine installierte Leistung von 4,5 Megawatt. Der örtliche Stromversorger hat die Einspeisezusage auf 3,5 Megawatt begrenzt. Das Kraftwerk der EWG ist eine der ersten Anlagen, die nach dem novellierten EEG von 2014 in der Direktvermarktung ist.

2018 übernahm die Erdwärme Grüwald die benachbarte Geothermie Unterhaching Produktionsgesellschaft zu 95 Prozent und damit auch deren im Abbau befindliches Kalina-Kraftwerk. Das Leitungsnetz, das zu einer anderen Gesellschaft gehört, verblieb im Besitz der Gemeinde Unterhaching. Die Stromproduktion läuft seit der Abschaltung des Unterhachinger Kraftwerks im August 2017 ausschließlich in der ORC-Anlage der Erdwärme Grünwald in Laufzorn.

Aufgrund der großen Nachfrage nach Fernwärme aus Geothermie investiert die Erdwärme Grünwald in zweites Geothermie-Werk. Rund einen Kilometer südlich der Geothermie-Anlage Laufzorn I erfolgte im November 2024 der Spatenstich für das Projekt Laufzorn II. Ausgelegt ist der dortige Bohrplatz auf sechs Bohrungen, die jeweils in Tiefen von 3.600 bis 4.000 Metern führen sollen.

Nach Fertigstellung der letzten Bohrung und dem Abbau der Bohranlage kann voraussichtlich 2026 mit dem Bau der Obertageanlage und dem Bau des Heizwerks begonnen werden. Ab der Heizperiode 2027/2028 soll die Einspeisung ins Fernwärmenetz erfolgen, zu dem das Grünwalder Netz mit 120 Kilometern Länge und das Bestandsnetz in Unterhaching mit 65 Kilometern Länge gehören. 

Schon vor den Bauarbeiten für Laufzorn II lag der Anteil der erneuerbaren Energien an der Grünwalder Fernwärme bei fast 90 Prozent. Mit Laufzorn II wird die maximale Unabhängigkeit der Gemeinde Grünwald bei der Wärmeversorgung geschafft.

Anzahl der Bohrungen
2