Kirchweidach-Halsbach

Projektgebiet:
Naturwärme Kirchweidach-Halsbach
Status
in Betrieb
TH 1 in m (MD)
3.050
TH 2 in m (MD)
3.145
Nutzungsart
Hydrothermal, Dublette
Temperatur in °C
107
Förderrate in L/s
100
Zielnutzhorizont
Malm
Installierte thermische Leistung in MW
32

Kontakt

Naturwärme Kirchweidach-Halsbach GmbH & Co. KG
Edt 8
84558 Kirchweidach
Telefon: (08623) 98 50 60
E-Mail: info [at] naturwaerme-bayern.de
 

Weitere Projekte der Region

Die Naturwärme Kirchweidach-Halsbach ist ein Joint Venture der Gemeinde Kirchweidach im oberbayerischen Landkreis Altötting mit dem dort ansässigen Gemüsebauunternehmen Steiner. Beide Partner sind Pioniere bei der Nutzung von Geothermie im Landkreis Altötting seit der Bohrung in Kirchweidach. Mit der erfolgreichen Umsetzung des neuen Projekts wurde die Firma Steiner das deutschlandweit erste Gemüsebauunternehmen, das sich mit Wärme aus einer eigenen Geothermiequelle versorgen kann.

2021 gründete die Firma Gemüsebau Steiner mit ihrem Schwesterunternehmen Biohof Kirchweidach und der Gemeinde Kirchweidach die Naturwärme Kirchweidach-Halsbach GmbH & Co. KG. Die Gemeinde hält dabei 15 Prozent der Anteile. Neben Josef Steiner, Gründer des Gemüsebaus Steiner, agiert auch der amtierende Bürgermeister von Kirchweidach, Robert Moser, als Geschäftsführer.

Das gemeinsame Ziel war, sowohl das gemeindliche Fernwärmenetz als auch die Gewächshäuser der projektbeteiligten Firmen zu versorgen. Nach einer Investitionssumme von rund 20 Millionen Euro verkündeten die Projektpartner im September 2023 den Erfolg der geothermischen Bohrung in unmittelbarer Nähe der Gewächshäuser - mit einer deutlich höheren Temperaturen als erwartet (107 Grad Celsius) und auch einer erfreulichen Schüttung von über 100 Litern pro Sekunde.

Nachdem der Untergrund am Projektort schon seismisch detailliert erforscht war, ging es bald an die Bohrung, die den geothermisch nutzbaren Malm-Aquifer in einer Tiefe von rund 3.500 Metern erschließen wollte. Doch es folgte ein Rückschlag: Obwohl das Tiefenwasser hohe Temperaturen von bis zu 125 Grad Celsius aufwies, war die Fließrate zu gering, um einen wirtschaftlichen Betrieb zu ermöglichen. 

Auch die daraufhin durchgeführte Ablenkung der Bohrung (Sidetrack) blieb erfolglos.  Im dritten Versuch wurde in die sogenannte Hochscholle des Malm-Aquifers gebohrt, die sich etwa 450 Meter weiter oberhalb befindet. Hier wurde das Projektteam am 13. September 2023 schließlich fündig. Vier Monate später wurden die Bohrarbeiten für die zweite Bohrung abgeschlossen - im ersten Versuch und in einer Tiefe von 3.145 Metern. 

Für die Versorgung der Gemeinde Halsbach mit geothermischer Wärme wurde eine 7,3 Kilometer lange Fernwärmeleitung errichtet. Geplant ist zudem eine 10 Kilometer lange Fernwärmeleitung nach Burghausen. Die einwohnerstärkste Stadt im Landkreis Altötting soll ab der Heizperiode 2027/2028 ebenfalls mit umweltfreundlicher Fernwärme aus der Geothermie-Anlage in Kirchweidach-Halsbach versorgt werden. 

Anzahl der Bohrungen
2