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Vulcan Energie Ressourcen GmbH
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76227 Karlsruhe
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Die Geothermie-Anlage in Landau wurde in einer dreijährigen Planungs- und Umsetzungszeit realisiert. Erste geologische Studien wurden 2003 durchgeführt. 2006 wurde das Dublettensystem mit Förder- und Injektionsbohrung fertiggestellt. Ab Ende 2008 lief das Kraftwerk im Regelbetrieb. Aber es gab auch lange Produktionsunterbrechungen: Zwischen 2014 und 2017 wurde die Anlage aufgrund von Hebungen in der Umgebung vorübergehend stillgelegt. Und auch ab Januar 2023 war die Anlage außer Betrieb, diesmal aufgrund von Alterungsprozessen bei der Anlagentechnik.
Das rund 155 Grad Celsius heiße Tiefenwasser wird in Landau von einer 3,6 Megawatt starken ORC-Anlage (Organic Rankine-Cycle) zur Stromerzeugung genutzt. Eine Reinjektionspumpe transportiert das Tiefengrundwasser anschließend mit einer Temperatur von rund 50 Grad Celsius zurück in den Untergrund. Umgerechnet rund 500 Haushalte können von der ORC-Anlage mit Strom versorgt werden. Außerdem werden über ein Heizwerk mit einer Leistung von 6 Megawatt mehr als 1.300 Haushalte mit Wärme versorgt.
Das Projekt wurde vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit und vom Land Rheinland-Pfalz gefördert. Das Gesamtvolumen der Investition für Bohrungen und Kraftwerk belief sich auf rund 20 Millionen Euro.
Für bundesweites Aufsehen sorgte die Anlage durch ein Erdbeben der Stärke 2,7 in der Region Landau am 15. August 2009. Aus einem Gutachten geht hervor, dass die seismischen Ergebnisse mit hoher Wahrscheinlichkeit von der Geothermie-Anlage ausgelöst wurden - nämlich durch einen zu hohen Druck bei der Rückführung des geförderten Tiefenwassers. Seither wird der Betriebsdruck begrenzt, weshalb das Kraftwerk einerseits nicht mehr mit voller Leistung gefahren werden, andererseits aber keine seismischen Ereignisse in ähnlicher Größenordnung mehr aufgetreten sind.
Im Oktober 2012 gab der Betreiber Geox GmbH bekannt, dass das Bundesumweltministerium eine dritte Bohrung fördern werde, um die Förderbohrung zu entlasten und damit die volle Auslastung und die Wirtschaftlichkeit der Anlage wieder herzustellen. Im Mai 2013 beschloss jedoch der Aufsichtsrat des Landauer Energieversorgers EnergieSüdwest, sich nicht an den Kosten für die dritte Bohrung zu beteiligen.
Nach Monaten der Unklarheit über den Weiterbetrieb stieg im August 2013 die Geysir Europe GmbH, eine Tochter Firma Daldrup & Söhne AG, ein und übernahm 40 Prozent der Anteile der EnergieSüdwest an der Betreibergesellschaft. Sechs Jahre später erwarb Geysir Europe auch die restlichen Anteile an der geox GmbH von EnergieSüdwest. Damit war das Landauer Geothermiekraftwerk zu 75 Prozent in der Hand der Daldrup & Söhne AG.
Nach der zwischenzeitlichen Stillegung der Anlage 2014 - Grund für die aufgetretenen Hebungen waren Leckagen, die in der Folge behoben wurden - ging das Kraftwerk im vierten Quartal 2017 wieder ans Netz. Zum zweiten Mal musste die Anlage im Januar 2023 für längere Zeit heruntergefahren werden. Das rheinland-pfälzische Landesamt für Geologie und Bergbau hatte unter anderem Hinweise auf Verschleiß festgestellt worden.
Im September 2024 übernahm die Vulcan Energie Ressourcen GmbH die geox GmbH und damit die zu diesem Zeitpunkt weiter stillgelegte Anlage in Landau von der IKAV-Gruppe. Die Übernahme umfasste sowohl den Betrieb der Bohrungen als auch des Kraftwerks. Nach einer umfassenden Wartung der Anlage - unter anderem mit einer Überarbeitung der Förderbohrung - wurde im September 2025 die Fernwärmelieferung aus dem Geothermieheizwerk Landau wieder aufgenommen. Die Wärmeleistung soll von anfangs 2 Megawatt schrittweise steigen. Das Ziel ist, bis zur Heizperiode 2026/27 das Fernwärmenetz Landau Süd nahezu vollständig klimaneutral zu betreiben.
Über die Wärmeversorgung hinaus soll die Geothermie-Anlage in Landau künftig auch für die klimaneutrale Gewinnung von Lithiumchlorid dienen. Das Tiefenwasser wird deshalb nach der Wärmeabgabe in die Lithiumextraktionsoptimierungsanlage (LEOP) geleitet, die Vulcan direkt neben der erworbenen Geothermie-Anlage errichtet hat.
Im Rahmen des Projekts "HEAT4LANDAU", das durch eine Förderzusage des Bundes in Höhe von bis zu 100 Millionen Euro unterstützt wird, plant Vulcan den Ausbau der geothermischen Infrastruktur in der Region um Landau. Geplant sind fünf zusätzliche Bohrstandorte mit insgesamt bis zu 24 neuen Bohrungen zur Lithium- und Wärmegewinnung.