München-Allach (MTU Aero Engines)

Projektgebiet:
Status
in Betrieb
TH 1 in m (MD)
ca. 2.100
TH 2 in m (MD)
ca. 2.100
Nutzungsart
Hydrothermal, Dublette
Temperatur in °C
71
Förderrate in L/s
100
Zielnutzhorizont
Oberjura/Malmkarst

Kontakt

MTU Aero Engines AG
Dachauer Straße 665
80995 München
Telefon: (089) 1489 - 0
Fax: (089) 1489 - 5500
E-Mail: info [at] mtu.de
 

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Es ist ein Leuchtturmprojekt für die Tiefengeothermie in Deutschland: Als erstes Unternehmen aus dem wichtigsten deutschen Aktienindex DAX 40 hat der Münchner Triebwerkshersteller MTU Aero Engines ein eigenes Geothermie-Projekt realisiert. Die Anlage deckt bis zu 80 Prozent des Wärmebedarfs der Gebäude und Werkshallen, die bislang mit Erdgas versorgt wurden.

In nur drei Jahren wurde die Geothermie-Anlage der MTU Aero Engines AG realisiert. Nach ausreichenden Voruntersuchungen hat das Unternehmen im Juni 2023 den offiziellen Beschluss gefasst, künftig auf die Geothermie zu setzen. Am 4. Dezember 2023 stand bereits der Bohrturm und es wurde Meißelweihe gefeiert. 

Die seismischen Messstationen Karl 1 und 2 sind seit Oktober 2023 im Einsatz, um mögliche seismische Aktivitäten zu überwachen. Der Bohrbeginn erfolgte am 11. Januar 2024 im nordöstlichen Bereich des Werksgeländes. Die Bohrpfade starten an der Oberfläche direkt nebeneinander und entfernen sich mit zunehmender Tiefe bis zu 2.000 Meter horizotal voneinander. Im März 2024 gab es die ersten Hinweise auf eine gute hydraulische Durchlässigkeit der ersten Bohrung, die wenige Wochen später erfolgreich abgeschlossen wurde. 

Die zweite Bohrung wurde am 5. Juni 2024 fertiggestellt und erreichte eine Endteufe von 2.110 Metern. Die Tests wurden im Juli 2024 erfolgreich abgeschlosen. Auch die Pumpversuche der zweiten Bohrung zeigten eine sehr gute hydraulische Ergiebigkeit von 100 Litern pro Sekunde und die Temperatur übersteigt die erhoffte Marke von 70 Grad Celsius.

Bayerns Wirtschafts- und Energieminister Hubert Aiwanger betonte bei der Inbetriebnahme die Bedeutung des Projekts: „Geothermie ist ein zentraler Baustein für eine sichere, regionale und bezahlbare Energieversorgung. Sie liefert kontinuierlich Wärme, unabhängig von Wetter oder Tageszeit, ist erneuerbar und stabil im Preis. MTU Aero Engines hat diese Vorteile erkannt und als erstes Industrieunternehmen in Deutschland eine Geothermie-Anlage in Eigenregie realisiert. Das Risiko der Bohrung lag allein bei MTU. Dieser Unternehmermut hat sich gelohnt.“

Zur Eröffnung waren neben Aiwanger weitere Gäste aus Behörden, von Projektpartnern und dem Unternehmen geladen. Ihnen versicherte Dr. Silke Maurer, COO und Standortleiterin München: „Wir feiern heute nicht nur den Start für unsere Geothermie-Anlage. Wir feiern auch den Mut, gemeinsam Neues zu wagen und als Luftfahrtunternehmen statt in die Höhe in die Tiefe zu gehen. Dass ein Industrieunternehmen seine Energieversorgung in dieser Form selbst in die Hand nimmt, ist in Deutschland bislang einzigartig.“

Im Vergleich zur bisherigen Erdgasnutzung rechnet die MTU mit einer jährlichen Einsparung von bis zu 10.000 Tonnen CO₂. Und die MTU plant bereits die nächste Ausbaustufe: 2027 soll eine größere Förderpumpe installiert werden mit einer Förderleistung von bis zu 150 Litern pro Sekunde. 

Anzahl der Bohrungen
2