München-Karlsfeld (MAN Truck & Bus)

Projektgebiet:
Das MAN-Stammwerk in München.
Status
in Planung

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Der Münchner Nutzfahrzeugehersteller MAN Truck & Bus SE will sein Stammwerk auf eine klimafreundliche Wärmeversorgung umstellen. Als Partner für ein Geothermie-Projekt hat sich das Unternehmen die Münchner Vorortgemeinde Karlsfeld ins Boot geholt, die direkt an das MAN-Werk angrenzt. Das Ziel ist der erste Wärmeverbund in der Region München zwischen einem großen Industrieunternehmen und einer Kommune. 

Seit Anfang 2024 planen die MAN Truck & Bus SE und die Gemeinde Karlsfeld gemeinsam ein Geothermie-Projekt zur Nutzung von heißem Tiefenwasser aus rund 2.000 Metern Tiefe. Entstehen soll die Anlage im Claim "Karlsfeld-Nord". Hier hatte sich ursprünglich die Gemeinde Karlsfeld die Erlaubnis zur Aufsuchung von Erdwärme gesichert. Die Pläne für eine eigene Geothermie-Anlage gab die Gemeinde später auf, so dass sich MAN die Aufsuchungserlaubnis sichern konnte. 

Eine Besonderheit dieses Projekts ist der geplante Wärmeverbund. So soll die Geothermie-Anlage in das bereits bestehendes Fernwärmenetz der Gemeindewerke Karlsfeld integriert werden, das mit Hackschnitzeln betrieben wird. Dieses Heizkraftwerk, das ganz in der Nähe der geplanten Geothermie-Anlage steht, versorgt über ein 15 Kilometer langes Netz bereits rund 5.000 Bürgerinnen und Bürger mit Fernwärme. Mit der Geothermie-Anlage können einerseits wesentlich mehr Bürgerinnen und Bürger an die Fernwärme angeschlossen werden und an besonders kalten Tagen kann andererseits die Karlsfelder Biomasse zur Spitzenlastabdeckung auch für das MAN-Werk dienen. 

Der Hauptbetriebsplan für das Tiefengeothermieprojekt wurde im Oktober 2025 eingereicht. Für Dezember 2025 sind die Baugrunduntersuchungen am vorgesehenen Bohrplatz geplant. Für Sommer 2026 ist der Bohrbeginn geplant und im Sommer 2028 soll die Wärmeversorgung aus Tiefengeothermie für die Wärmenetze der MAN Truck & Bus SE sowie der Gemeindewerke Karlsfeld beginnen.