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Seit 1899 wird in München-Sendling schon Energie für die bayerische Landeshauptstadt erzeugt. Nach langen Phasen der Verbrennung fossiler Brennstoffe spielt jedoch die Tiefengeothermie eine immer wichtigere Rolle auf dem Gelände des Heizkraftwerks Süd in der Münchner Schäftlarnstraße. Seit 2021 produziert hier die bis dato größte Geothermie-Anlage Deutschlands umweltschonende Fernwärme.
Die ersten vorbereitenden Arbeiten wurden im Sommer 2016 ausgeführt. Die nicht mehr benötigten Öltanks auf dem Gelände des Heizkraftwerks Süd wurden zurückgebaut, um das Baufeld für die Geothermie-Anlage frei zu machen. Ende 2017 wurde der Bohrplatz vorbereitet.
Die Anlage besteht aus sechs Bohrungen, die von einem Sammelbohrplatz aus abgeteuft wurden und Tiefen zwischen 2.400 und 3.200 Metern erreichen. Gleich die erste Bohrung, die im Juli 2018 nach dreimonatiger Bohrzeit abgeschlossen wurde, übertraf die Erwartungen. Aus einer Tiefe von 2.800 Metern wird über 100 Grad heißes Wasser mit einer Schüttung von gut 120 Litern pro Sekunde gefördert. Auch die weiteren Bohrungen erreichten erfolgreich ihr Ziel, so dass die Geothermie-Anlage auf eine Gesamtleistung von rund 60 Megawatt kommt.
Das Heizkraftwerk ist seit Mitte 2021 im Betrieb. Ende 2022 ging auf dem Gelände des Heizkraftwerks Süd die erneuerte Gas- und Dampfturbinenanlage (GuD2) in Betrieb. Bis voraussichtlich Ende 2025 wird die GuD1 modernisiert. Und bis Anfang 2026 soll die Geothermie-Anlage mit einem 50 Meter hohen Wärmespeicher erweitert werden, um die geothermale Wärme noch besser zu nutzen.