Pfullendorf

Projektgebiet:
Die Geothermie-Anlage der Staufer-Kaserne in Pfullendorf.
Förderbohrung Geothermie Pfullendorf.
Status
in Betrieb
TH 1 in m (MD)
1.560
TH 2 in m (MD)
1.500
Nutzungsart
Hydrothermal, Dublette
Temperatur in °C
78
Förderrate in L/s
20
Installierte thermische Leistung in MW
5,7

Kontakt

Staufer-Kaserne
Ausbildungszentrum Spezielle Operationen
Kasernenstraße 20
88630 Pfullendorf 
Telefon (07552) 405-2010

 

Weitere Projekte der Region

Die Staufer-Kaserne in Pfullendorf (Baden-Württemberg) ist nicht nur die Heimat des Ausbildungszentrums Spezielle Operationen, sondern auch der Standort eines deutschlandweit noch einzigartigen Projekts der Wärmewende: Im November 2020 wurde hier die erste Tiefengeothermie-Anlage der Bundeswehr offiziell in Betrieb genommen. Die Kaserne gilt seitdem als erste „grünen Liegenschaft“ der Bundeswehr. 

Der geologische Aufbau des Untergrunds im Gebiet Ober­schwaben ist aus früheren Untersuchungen der Erdöl- und Erdgasindustrie sowie aus Bohrungen zur Thermalwassergewin­nung gut bekannt und dokumentiert. Zusätzliche geologische Untersuchungen vor dem Projektstart hatten in Pfullendorf ein geeignetes Reservoir in einer Tiefe von etwa 1.500 Metern aufgezeigt. 

Da die Bundeswehr bei der Energieversorgung ihrer Liegenschaften verstärkt auf den Einsatz CO2-neutraler Energieträger setzt, wurde für die Staufer-Kaserne die Entscheidung zugunsten der Tiefengeothermie-Anlage getroffen. Hierzu investierte das Bundesministerium der Verteidigung rund 15,9 Millionen Euro.

Begonnen hatte die Bundeswehr mit dem Bau der Geothermie-Anlage bereits im Jahr 2013. Bis März 2014 wurden zwei rund 1.500 Meter tiefe Bohrungen abgeteuft. Um weitere Erkenntnisse über Temperatur, Fördermenge und Zusammensetzung des Tiefenwassers zu gewinnen, folgten Pumptests und Wasseranalysen im Anschluss an die Bohrarbeiten. 

Hier kam es jedoch zu Verzögerungen - auch bedingt durch einen Wechsel der Planer. Auch die Analysen selbst stellten das Projekt vor Herausforderungen: Die Salz- und Kohlenstoffdioxid-Gehalte waren höher als erwartet. Der technische Ausbau gestaltete sich daher anspruchsvoll. Statt der geplanten drei Jahre dauerten Planung und Bauzeit insgesamt acht Jahre, bevor im Dezember 2019 der Probebetrieb starten konnte. Auch Lieferprobleme hatten den Start laut Bundeswehr verfach verzögert. 

Mit der Geothermie-Anlage kann der Wärmebedarf der Staufer-Kaserne fast vollumfänglich gedeckt werden. Zusammen mit den bereits in der Kaserne errichteten Photovoltaik-Anlagen wurde das Zwischenziel einer CO2-neutralen Liegenschaft erreicht.

Anzahl der Bohrungen
2