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Erdwärme Inn GmbH & Co. KG
Am Pollinger Feld 1
84577 Tüßling
E-Mail: info [at] erdwaerme-inn.bayern
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Das Geothermie-Projekt im oberbayerischen Polling (Landkreis Mühldorf am Inn) wird von der Projektgesellschaft Erdwärme Inn GmbH & Co. KG realisiert. Gegründet wurde die Gesellschaft im Jahr 2020 von den beiden geschäftsführenden Gesellschaftern Peter Reichenspurner und Ferdinand Schmack.
Für das bergrechtliche Aufsuchungsfeld „GT Tüßling“ hat die Erdwärme Inn im Mai 2020 die Erlaubnis erhalten, im tiefen Untergrund nach geothermaler Energie zu suchen. Das Bergrechtsfeld umfasst die Gemeinden Polling, Tüßling sowie einen Teil der Stadt Mühldorf am Inn. Das Ziel des Projekts ist es, neben den Gewächshäusern des Reichenspurner Hofs in Weiding und Tüßling auch die umliegenden Gemeinden mit Wärme zu versorgen.
Die Machbarkeitsstudie der Erdwärme Inn umfasste einerseits die Analyse vorhandener geologischer Datensätze, wie beispielsweise Erkenntnisse aus Erkundungsbohrungen nach Kohlenwasserstoffen im Umkreis von Ampfing, Waldkraiburg, Schnaittsee und Garching an der Alz, sowie die Erhebung neuer Daten in Form seismischer 3D-Modelle.
Im Juni 2022 wurde der Hauptbetriebsplan zur Genehmigung des geplanten Vorhabens beim Bergamt Südbayern eingereicht. Dieser wurde im März 2023 genehmigt.
Nach der Bestimmung der Bohrziele im Aufsuchungsfeld erfolgte in einem nächsten Schritt die Standortsuche des oberirdischen Bohrplatzes und der Wärmezentrale. Es standen fünf Standorte in der engeren Auswahl, die anschließend naturschutzfachlich analysiert wurden. Der endgültige Standort der Geothermie-Anlage befindet sich nördlich des Gewerbegebietes der Gemeinde Polling. Im Mai 2023 startete dort der Bohrplatzbau.
Ende April 2024 wurde mit dem Abteufen der ersten Bohrung mit einer Anlage von Herrenknecht Vertical begonnen, die von Anger's Söhne betrieben wird. Nach knapp zwei Monaten konnte die Fündigkeit der ersten Bohrung gefeiert werden. Der Zielhorizont wurde in einer Tiefe von rund 2.700 Metern und nach einer Bohrlänge von rund 3.700 Metern erreicht.
Im September 2024 wurde auch die zweite Bohrung erfolgreich abgeschlossen. Menge und Temperatur des Tiefengrundwassers entsprechen den Erwartungen. Mit dem über 100 Grad Celsius heißen Wasser kann ein Heizwerk mit rund 30 MW thermischer Leistung zur Fernwärme-Erzeugung betrieben werden. Die Bauarbeiten zum örtlichen Fernwärmenetz und der Energiezentrale haben im Herbst 2024 begonnen. Der dauerhafte Betrieb der Anlage ist ab dem Frühjahr 2026 vorgesehen.
Die gesamte Projektentwicklung liegt bei der Geoenergie Bayern Beteiligungen GmbH. Für die geologischen und geohydrologischen Arbeiten war die RED Energy Drilling, für die bohrtechnischen Planungen und das Projektmanagement die KEMCO GmbH verantwortlich. Auch die Kommunikationsagentur Enerchange gehört zu den Projektpartnern.