Prenzlau

Projektgebiet:
Prenzlau.
Status
in Bau
TH 1 in m (MD)
983
TH 2 in m (MD)
1.000
Nutzungsart
Hydrothermal, Dublette, mit Großwärmepumpe
Temperatur in °C
44
Förderrate in L/s
36
Mineralisation in mg/L
90.000
Zielnutzhorizont
Sandsteinschicht Sinemur/Hettang
Installierte thermische Leistung in MW
4,5

Kontakt

Stadtwerke Prenzlau GmbH
Freyschmidtstraße 20
17291 Prenzlau
Telefon: (03984) 853-0
Telefax: (03984) 853–199
E-Mail: info [at] stadtwerke-prenzlau.de

 

Quelle(n)

Stadtwerke Prenzlau

Nachrichten zum Projekt

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Die Geschichte der Geothermie in Prenzlau - Kreisstadt des nordbrandenburgischen Landkreises Uckermark - ist weitaus älter als die aktuelle Baustelle in der Innenstadt. Schon in den 1980er-Jahren wurde erfolgreich nach Thermalwasser gebohrt. Auch eine geothermische Heizzentrale war zu dieser Zeit schon in Betrieb. Mit einem neuen Geothermie-Projekt, für das im Jahr 2025 die Bohrarbeiten begonnen haben, wollen die Stadtwerke Prenzlau künftig einen Großteil des Wärmebedarfs decken. Auch eine der alten Bohrungen kommt dabei zum Einsatz. 

Die Nutzung der geothermischen Wärme hat in Prenzlau eine lange Tradition. Bereits in den 1980er-Jahren wurden mehrere Bohrungen abgeteuft und nutzbare Horizonte in Tiefen von 964 bis 1.434 Metern Tiefe gefunden. Ende der 1980er-Jahre wurde auf dieser Grundlage eine geothermische Heizzentrale in Betrieb genommen, die in Kombination mit einer Wärmepumpe die Wärmeversorgung des Stadtzentrums sichern sollte. Prinzipiell war die Anlage funktionstüchtig. Allerdings war sie störanfällig, da die eingesetzten Materialien der hohen Mineralisierung des Thermalwassers nicht standhielten. Nach der Wende wurde diese Form der geothermischen Heizung eingestellt.

Im Jahr 1994 wurde zu Forschungszwecken eine Bohrung bis auf 2.786 Meter abgeteuft. In dieser Tiefe ist im Untergrund von Prenzlau kein Thermalwasser mehr zu finden, die Bohrung wurde seitdem als Wärmetauscher im Erdreich verwendet. Die gewonnene Wärme unterstützt seitdem die Wärmeversorgung in Prenzlau. 

Zwei der drei Bohrungen im Prenzlauer Stadtgebiet wurden Anfang 2024 zurückgebaut und verschlossen. Diese Bohrungen konnten nicht weitergenutzt werden und mussten aus diesem Grund unter der Aufsicht des Landesamtes für Bergbau, Geologie und Rohstoffe in Cottbus verwahrt werden. Das bedeutet, die Schutzrohre wurden geborgen und die Bohrungen mit Spezialzement verfüllt.

Aktuell wird jedoch an der Errichtung einer neuen geothermischen Heizzentrale in Prenzlau gearbeitet. Denn die Geothermie wird ein wichtiger Bestandteil der emissionsfreien und erneuerbaren Wärmeversorgung in Prenzlau. Die dritte Bohrung, die aus dem Jahr 1989 stammt, kann für das künftige geothermische System genutzt werden. 

Diese Bohrung mit der Bezeichnung „Prenzlau Gt Pr 3/89“ wurde im Dezember 2023 überprüft. Dafür wurden mit einer mobilen Bohranlage die Schutzrohre der etwa 1.000 Meter tiefen Bohrung geborgen. Im Anschluss wird diese Bohrung für den Einsatz als Injektionsbohrung vorbereitet. Hierfür können die ausgebauten, inspizierten und konservierten Schutzrohre wiederverwendet werden. 

Über eine neue Bohrung, die dann als Förderbohrung dient, soll künftig circa 44 Grad Celsius warmes Thermalwasser gefördert werden. Diese Temperatur bietet eine ideale Grundlage für den Betrieb von Großwärmepumpen. Die Wärmepumpen heben die Temperatur des Thermalwassers auf das Niveau des Fernwärmenetzes mit 80 Grad Celsius an. Diese Anlage soll künftig bis zu 60 Prozent des Wärmebedarfs aller Fernwärmekunden in Prenzlau liefern.

Im Dezember 2025 meldeten die Stadtwerke Prenzlau den Erfolg der neuen Bohrung in der salzhaltigen Sandsteinformation in 983 Metern Tiefe. Der Testbetrieb ergab eine Temperatur des geförderten Thermalwassers von 42,6 Grad Celsius. Die Förderleistung von rund 136 Kubikmetern pro Stunde liegt im Gegenzug etwas höher als die erwarteten 130 Kubikmetern pro Stunde. Umgerechnet können künftig rund 38 Liter pro Sekunde für die Wärmeversorgung der Kreisstadt des nordbrandenburgischen Landkreises Uckermark genutzt werden. Die Inbetriebnahme der neuen Wärmeversorgung ist für die Heizperiode 2027/28 geplant.

Anzahl der Bohrungen
2