Ried im Innkreis (Oberösterreich)

Projektgebiet:
Geothermie-Bohrung Ried
Status
in Betrieb
TH 1 in m (MD)
2.730
TH 2 in m (MD)
1.910
TH 3 in m (MD)
2.592
Nutzungsart
Hydrothermal, Triplette
Temperatur in °C
92-110
Förderrate in L/s
100
Mineralisation in mg/L
1.192
Zielnutzhorizont
Malm
Installierte thermische Leistung in MW
21

Kontakt

Energie Ried 
Kellergasse 10
Ö-4910 Ried im Innkreis
Telefon: (+43) 07752 911-616
E-Mail: office [at] energie-ried.at

Tiefbohranlage DS 10 Bentec-350-t-Euro Rig™; Quelle: www.geothermie-nachrichten.

Nachrichten zum Projekt

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Die Stadt Ried und das benachbarte Dorf Mehrnbach im oberösterreichischen Innkreis sind die Nutznießer des bislang größten Geothermie-Fernwärmeprojekts in der Alpenrepublik. Mit einer installierten Leistung von 21 Megawatt steht diese Anlage aktuell an der Spitze der 15 österreichischen Tiefengeothermie-Projekte zur Wärmeerzeugung. 

Die Voruntersuchungen für das Projekt zwischen Ried und Mehrnbach im Innkreis begannen bereits 2009. Ab 2011 konnte dann mit der Niederbringung der Bohrungen begonnen werden, die im selben Jahr noch abgeschlossen wurden. Zu diesem Zeitpunkt liefen bereits die ersten Verkäufe für die Fernwärmenutzung. 2012 errichtete man die Heizzentrale sowie die Fernwärmehauptleitung nach Ried und einen Teil des Versorgungsnetzes. Im November 2012 begann die Wärmelieferung.

In der ersten Hälfte des Jahres 2013 wurden deutliche Druckverluste im Thermalbad im niederbayerischen Bad Füssing festgestellt, die in Zusammenhang mit der rund 20 Kilometer entfernten Geothermieanlage Ried-Mehrnbach standen. Aus diesem Grund musste die Konfiguration in der Anlage so verändert werden, dass die bisherige Injektionsbohrung zur Förderbohrung umgewandelt wurde. Dadurch sank die bisherige Wassertemperatur und es wurde eine dritte Bohrung geplant, um Haushalte und Gewerbe in Ried-Mehrnbach weiterhin mit geothermaler Fernwärme versorgen zu können.

Die Mitte Mai 2017 begonnenen Bohrarbeiten endeten zunächst jedoch mit einer Havarie in 550 Metern Tiefe. Beim Ausbau des Bohrlochs drang Zement zwischen zwei Rohrabschnitten in das Bohrloch und verfüllte dieses teilweise. Die Bohrfirma musste daraufhin Insolvenz anmelden und die Bohrung musste aufgegeben werden. Der Schaden von geschätzten 1,3 Millionen Euro ging zu Lasten des Betreibers.

In sechs Metern Entfernung wurde eine neue dritte Bohrung von einer neuen Bohrfirma abgeteuft. Sie erreichte im Februar 2019 erfolgreich die Endteufe in über 2.592 Metern Tiefe. Erste Pumpversuche ergaben eine Temperatur von 110 Grad Celsius bei einer Fördermenge von 100 Litern pro Sekunde. Seit Janaur 2020 ist die dritte Bohrung in den Betrieb eingebunden. 

Stand 2025 versorgte das Energieunternehmen der Stadt Ried mehr als 3.000 Haushalte. Das Fernwärmenetz ist inzwischen auf 78 Kilometer angewachsen. Für die kommenden zehn Jahren ist eine Geothermie-Abdeckung im Rieder Stadtgebiet von rund 80 Prozent das erklärte Ziel.