Riehen (Schweiz)

Projektgebiet:
Geothermie Riehen.
Status
in Betrieb
TH 1 in m (MD)
1.547
TH 2 in m (MD)
1.500
Nutzungsart
Hydrothermal, Dublette
Temperatur in °C
63
Förderrate in L/s
20
Installierte thermische Leistung in MW
5,25

Kontakt

Wärmeverbund Riehen AG
Margarethenstrasse 40
CH-4002 Basel
Telefon +41 (061) 275 53 00
Fax: +41 (061) 275 59 50
E-Mail: info [at] erdwaermeriehen.ch
 

Beteiligte Firmen

Brunnenkopf des Entnahmebrunnens RB-1

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Die Geothermie-Anlage in Riehen ist die größte und auch älteste Anlage ihrer Art in der Schweiz. Schon seit 1994 wird hier bei Basel an der deutsch-schweizerischen Grenze mit geothermischer Wärme geheizt. 2004 wurde Riehen als erste Gemeinde Europas mit dem "European EnergyAward" in Gold ausgezeichnet.

Bereits 1980 begannen die Planungen zu dem Projekt in Riehen. 1988 wurden die beiden beide Bohrungen RB-1 Bachtelenweg und RB-2 Stettenfeld abgeteuft. Seit 1989 liefert die Anlage Wärme.

Bis zur offiziellen Inbetriebnahme des Heizkraftwerkes im April 1994 wurden viele Tests durchgeführt und der Wärmeverbund Riehen in enger Zusammenarbeit mit der Gruneko Schweiz AG weiter ausgebaut.  

Die Nutzung der Geothermie wurden ab 2000 mit dem länderübergreifenden Nahwärmenetz zwischen Riehen und der deutschen Stadt Lörrach ausgeweitet. Im Lörracher Stadtteil Stetten konnten Haushalte einen Teil ihrer Wärme für die Heizung aus der Schweiz beziehen – allerdings nur im Sommer. Im Winter benötigte Riehen das heiße Thermalwasser schon immer für sich selbst. Und die Lieferungen im Sommer über die Grenze sind inzwischen eingestellt. 

Die Anlage ist mittels Wärmetauschern, Wärmepumpen und Blockheizkraftwerken in das Fernwärmesystem eingebunden. Für Spitzenlastzeiten und für Anlagenausfälle sind noch zusätzlich Öl- und Gaskessel installiert. Das Fernwärmesystem wird mit einer maximalen Vorlauftemperatur von 90 Grad Celsius betrieben. Die Rücklauftemperatur ist auf 55 Grad Celsius ausgelegt, konnte aber im Lauf der ersten Betriebsjahre auf Werte von 48 bis 52 Grad Celsius abgesenkt werden.

Die Geothermieanlage gibt die Wärme über Wärmetauscher zuerst an das Fernwärmenetz ab. Anschließend wird das Thermalwasser über zwei Wärmepumpen weiter abgekühlt und dann mit nur noch 22 Grad Celsius wieder in den Brunnen injiziert. Durch diese "Unterkühlung" kann die Leistung der Wärmeversorgung von 700 auf 3.500 Kilowatt gesteigert werden.

Parallel zu den Wärmepumpen sind zwei Blockheizkraftwerke installiert, die einerseits den Strom für den Betrieb des Geothermiekreislaufs und der Wärmepumpen liefern, und andererseits die Wärme an das Fernwärmenetz abgeben. Das Niveau der Wärmepumpen beträgt 65 bis 69 Grad Celsius, das der Blockheizkraftwerke 65 bis 90 Grad Celsius. Die jährlichen Betriebszeiten der Anlage liegen zwischen 4.500 und 5.500 Stunden.

Die erneuerbare Energiemenge soll künftig noch deutlich gesteigert werden. Folglich wird der Wärmeverbund Riehen weiter intensiv ausgebaut, um die Nutzung der geothermischen Energie zu verdoppeln. Für eine geplante zweite Geothermie-Anlage ließen der Wärmeverbund Riehen und die Industriellen Werke Basel liessen den Untergrund im Jahr 2022 nach möglichen Heißwasservorkommen untersuchen. Je nach Entwicklung der weiteren Projektschritte ist der Baubeginn und der Start der Bohrarbeiten voraussichtlich in den Jahren 2025/26 zu erwarten.

Anzahl der Bohrungen
2