Schwerin

Projektgebiet:
Status
in Betrieb
TH 1 in m (MD)
1.311
TH 2 in m (MD)
1.311
Temperatur in °C
56
Förderrate in L/s
41
Mineralisation in mg/L
3.000
Installierte thermische Leistung in MW
7

Kontakt

Stadtwerke Schwerin GmbH
Eckdrift 43-45
19061 Schwerin
Telefon: (0385) 633-0
Telefax: (0385) 633-1111
E-Mail: stadtwerke-schwerin [at] swsn.de
 

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Die Geothermie-Anlage der Stadtwerke Schwerin ist seit Oktober 2024 in Betrieb und liefert eine Wärmeleistung von bis zu sieben Megawatt. Die Besonderheit dieses Projekts ist die deutschlandweit erstmalig angewendete Kombination aus mitteltiefer Geothermie und Wärmepumpen. Die Anlage in der Landeshauptstadt von Mecklenburg-Vorpommern ist damit speziell an die regionalen Gegebenheiten im Norddeutschen Becken angepasst.

Die Stadtwerke Schwerin haben ihr Geothermie-Projekt über viele Jahre hinweg vorbereitet. Den Anfang machten die seismischen Untersuchungen, um geeignete Schichten im Untergrund zu erkennen. Fündig wurden die Geologen in einer ergiebigen Sandsteinformation, in der 56 Grad Celsius warmes Thermalwasser zirkuliert. 

Weil diese Temperatur für eine direkte Einspeisung ins Wärmenetz zu niedrig ist, erhöhen sie vier in Reihe geschaltete Wasser-Wasser-Wärmepumpen auf bis zu 82 Grad Celsius. Im Winter wird die Vorlauftemperatur mit Erdgasbrennern auf bis zu 130 Grad Celsius angehoben, um die Versorgung auch an kalten Tagen stabil zu halten.

Trotz günstiger geologischer Bedingungen brachte das Projekt technische Herausforderungen mit sich. Der lockere Sandstein führt zu unerwartet hohen Sandfrachten im geförderten Wasser, die den Einsatz zusätzlicher Filtertechnik nötig machten. Dieser Umstand hatte zur Folge, dass der erste Versuch zur Inbetriebnahme der Anlage im Schweriner Stadtteil Lankow mit unerwarteten Verzögerungen verbunden war.

Das Schweriner Geothermie-Projekt "Lankow I" ist Teil des Forschungsverbunds „DeCarbSN“, in dem die Universität Göttingen und das Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik mitwirken. Ziel ist es, das Potenzial mitteltiefer Geothermie im Norddeutschen Becken zu erschließen. Das Bundeswirtschaftsministerium fördert das Vorhaben von 2023 bis 2027 mit acht Millionen Euro. Nach Angaben der Stadtwerke Schwerin könnten die hier gewonnenen Erkenntnisse auf andere Städte übertragen werden, die ähnliche geologische Strukturen aufweisen.

In Schwerin selbst ist geplant, die Förderleistung in Lankow auf bis zu 140 Liter pro Sekunde auszubauen und so 60 Prozent des Fernwärmebedarfs zu decken. Aktuell sind es etwa 15 Prozent. Parallel dazu wächst das Netz. Sind bislang rund 63 Prozent der Haushalte angeschlossen, sollen es bis zum Jahr 2035 schon 80 Prozent sein.

Anzahl der Bohrungen
2