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Simbach - Braunau

Bohrturm in Simbach-Braunau; Quelle: www.geothermie.de
www.geothermie.de
Status: 
in Betrieb
TH 1 in m (MD): 
1.848, Injektionsbohrung
TH 2 in m (MD): 
1.950, Förderbohrung
Nutzungsart: 
Hydrothermal, Doublette
Temperatur in °C: 
80
Förderrate in L/s: 
80
Mineralisation in mg/L: 
k.a.
Zielnutzhorizont: 
Oberjura-Malm
Installierte thermische Leistung in MW: 
8
Installierte elektrische Leistung in MW: 
0,2
Stromerzeugungs-verfahren: 
ORC

Ein Geothermie-Vorzeige-Projekt in Hinblick auf kommunale Energieautonomie und Länder-übergreifender Zusammenarbeit.

Die Kommunen Simbach (Niederbayern) und Braunau (Oberösterreich) gründeten 1997 gemeinsamen die Partner-Gesellschaften GSB (Geothermie Fördergesellschaft Simbach Braunau mbH) mit Sitz in Simbach (Gesellschafter: Stadt Simbach am Inn, Landkreis Rottal-Inn, Bayernwerk Natur, STEAG New Energies, Erdgas Südbayern) und die Betreibergesellschaft GBS (Geothermie Wärmegesellschaft Braunau-Simbach mbH) mit Sitz in Braunau (Gesellschafter: Stadt Braunau, Energie AG und OÖ Ferngas).

Das Projekt ist eine gelungene Symbiose von wirtschaftlich orientierter regionaler Versorgung, Nutzung erneuerbare Energien, kommunaler Zusammenarbeit und Verbesserung der Umweltqualität.

Auch bohrtechnisch und staatsrechtlich wurde Neuland bei diesem Projekt betreten. Die Förderbohrung ist in rund 450 Meter Tiefe um 70 Grad abgelenkt, so dass der Endpunkt der Bohrung unter österreichischem Staatsgebiet liegt. Des weiteren kann die Förderbohrung eine natürliche Schüttung von bereits 30 Litern pro Sekunde vorweisen, durch Pumpen kann eine Förderrate von 80 Litern pro Sekunde erreicht werden.

Die installierte geothermische Leistung der Heizanlage beläuft sich auf 8 Megawatt, eine ORC-Anlage mit 200 Kilowatt elektrischer Leistung läuft in den Sommermonaten. Nach dem Durchlaufen des Wärmetauschers wird das Wasser mit einer Temperatur von 57 Grad Celsius über die Injektionsbohrung wieder ins Reservoir zurückgeführt.

Die Gesamtkosten dieses Geothermie-Projekts belaufen sich auf 21 Millionen Euro. Das Projekt wurde von der EU mit 2,3 Millionen Euro sowie vom Land Bayern & Oberösterreich und dem Umweltministerium mit insgesamt 7,5 Millionen Euro gefördert. Deutsche und Österreichische Beteiligte halten jeweils 50 Prozent der Gesellschaftsanteile.

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