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Die Entwicklung von Geothermieprojekten: Im Dreisprung zum Erfolg

Die Geothermie in Deutschland ist dank des novellierten EEG und des Marktanreizprogramms eine wirtschaftliche Alternative zur herkömmlichen Energieversorgung – vor allem bei gleichzeitiger Wärmenutzung und Stromproduktion. Gerade Kommunen haben vielfach erkannt, dass sie mit der Nutzung geothermischer Energie die Chance haben, neue Wege in der Energieversorgung einzuschlagen und sich so unabhängiger von fossilen Brennstoffen zu machen.

Bis das Kraftwerk letztlich Energie liefert, kann es jedoch ein weiter Weg sein. Jedes Geothermieprojekt hat seine Besonderheiten – die Zusammensetzung des Thermalwassers und die Geologie beispielsweise können je nach Region sehr unterschiedlich ausfallen. Auch die Auslegung des Kraftwerks hängt von den örtlichen Gegebenheiten ab.

Allerdings gibt es bei der Entwicklung eines Geothermieprojektes auch grundsätzliche Gemeinsamkeiten, die eine gewisse Strukturierung der Projektentwicklung erlauben und zu einer Einteilung des Prozesses in drei Phasen führen: Phase I beinhaltet die Voruntersuchungen, Phase II die unterirdische Erschließung und Phase III die oberirdische Installationen. Dabei lassen sich die einzelnen Phasen nicht streng voneinander trennen, sondern greifen vielmehr ineinander.

Phase I umfasst alle Arbeitsschritte im Vorfeld einer Bohrung. Von der Auswertung vorhandener geologischer Daten und erste Machbarkeitsstudien über die Antragstellung bei der zuständigen Bergbehörde bis hin zur Festlegung des Bohrpunktes. Ausschlaggebend für die behördliche Erteilung der Erlaubnis zur Aufsuchung von Geothermie sind der Nachweis von Kapital und technischem Know-how sowie die Erstellung eines Arbeitsplans. Im Anschluss an die behördliche Genehmigung erfolgt die Erkundung des Untergrunds nach geothermischer Energie mittels seismischer Untersuchungen. Weitere Schritte in Phase I sind die Erstellung einer Machbarkeitsstudie, die Ausschreibung der Gewerke sowie die Bohrplanung. Ziel der ersten Phase ist es, den Bohrpunkt bzw. den Zielhorizont für die Bohrung zu definieren. Um einen reibungslosen Ablauf der darauf folgenden Phase II zu garantieren, müssen bereits zu diesem Zeitpunkt ein Businessplan vorliegen sowie die Finanzierung sichergestellt sein. Ebenso sollte die Entscheidung über eine Versicherung zur Risikominimierung getroffen werden.

In Phase II erfolgt auf Grundlage der rechtlichen Genehmigung bzw. des Arbeitsplanes und der Bohrplanung, die Niederbringung der Bohrungen und die Erkundung des Reservoirs mit geophysikalischen und hydrochemischen Methoden. Im Verlauf der Phase II sinkt – mit zunehmendem Bohrfortschritt - das Projektrisiko erheblich, während gleichzeitig der kumulierte Kapitalbedarf aufgrund der hohen Bohrkosten ansteigt. Ziel der zweiten Phase ist es, nach Fördertests eine reibungslose Thermalwasser-Zirkulation zwischen den Bohrungen herzustellen. Die Herausforderungen in Phase II liegen insbesondere in den technischen Anforderungen an die Bohrgeräte und die Bohrtechnik im Hinblick auf die Tiefe und die Geologie des Untergrundes. Die Ergebnisse der hydrochemischen Untersuchungen bestimmen die weitere Ausführung des Kraftwerks in Phase III.

Phase III ist die letzte Phase, die ein Geothermieprojekt durchläuft und schließt mit der Inbetriebnahme des Kraftwerks bzw. des Wärmenetzes ab. Die Wahl der Kraftwerkstechnologie und die Auslegung des Kraftwerks erfolgt unter anderem auf Grundlage der hydraulischen und hydrochemischen Parameter des Thermalwassers. Die Herausforderungen der dritten Phase liegen in der Pumpen- und Kraftwerkstechnik bzw. im Aufbau des Wärmenetzes.

Für die Entwicklung und Durchführung eines Geothermieprojektes ist die Zusammenarbeit verschiedener Experten aus unterschiedlichen Branchen notwendig. So ist ingenieurtechnische und geologische Expertise nötig, ebenso wie das Know-how von Rechtsanwälten, Kaufleuten, Finanz- und Versicherungsexperten. Zudem müssen Zulieferunternehmen gesucht und koordiniert werden, die zum Beispiel Casings, Spezialzement oder Förderpumpen liefern. Hilfreich bei der Steuerung des ganzen Prozesses können Firmen sein, die sich auf das Management von Geothermieprojekten spezialisiert haben und den Einsatz der einzelnen Akteure inhaltlich und zeitlich auf einander abstimmen.

Die wichtigsten Grundlagen, um in das Thema der Projektentwicklung und -realisierung eines Geothermiekraftwerks einzusteigen, bietet der Short Course „Entwicklung von Niedrig-Enthalpie Geothermieprojekten in Deutschland“, der im Rahmen der Internationalen Geothermiekonferenz am 27. April 2009 in Freiburg stattfindet. Hier geben Geothermie-Experten einen kompakten Überblick über die einzelnen Projektphasen und es bietet sich die Gelegenheit, erste Kontakte zu knüpfen. Weitere Informationen zur Realisierung von Geothermieprojekten bietet u. a. das Forum III der Konferenz am 28. April, in dem Experten zum Thema Finanzierung und Entwicklung von Geothermieprojekten sprechen werden.

Alle Informationen zur 5. Internationalen Geothermiekonferenz und ein Anmeldeformular finden Sie auf www.geothermiekonferenz.de. Bitte beachten Sie: Am 15. Februar endet das Frühbucherangebot. Melden Sie sich jetzt an und profitieren Sie noch von den günstigen Teilnahmekonditionen!

(mb)

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