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Finanzierung und Versicherung von Geothermieprojekten schreiten voran

Über 150 Teilnehmer trafen sich am 19. April 2007 zur 3. Internationalen Geothermiekonferenz in Freiburg. "In einem vom BMU entwickelten Szenario gehen wir davon aus, dass die Geothermie im Jahr 2050 12,5 % des Wärmebedarfs bereitstellen kann", prognostizierte Dr. Karin Freier, Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) in ihrer Begrüßungsrede.
"Das Hauptaugenmerk der 3. Internationalen Geothermiekonferenz galt dem Dialog zwischen Projektentwicklern einerseits und Investoren und Versicherern andererseits," erläutert Volker Krauth, Geschäftsführer der forseo GmbH. So gehört die Finanzierung zu den wichtigsten Aspekten bei der Realisierung von Geothermievorhaben. Über die Kriterien eines Risikokapitalgebers und den bedingt geeigneten Einsatz von Venture Capital bei Geothermieprojekten berichtete Jochen Sautter von VentureInvest. Jörg-Peter Voß, IKB Deutschen Industriebank, schätzt das Investitionspotenzial in Deutschland derweil auf 4,5 bis 5 Milliarden Euro. Erfolgreich scheint das Finanzierungsmodell von Geodynamics Limited: Das australische Unternehmen finanziert sich als Aktiengesellschaft.
Eine Fündigkeitsversicherung minimiert nicht nur das Risiko finanzintensiver Projekte: Sie kann auch dazu beitragen, den Weg der Finanzierung überhaupt zu erleichtern. Dies bestätigte Kyoichi Shimazaki von der Weltbank, mit der Vorstellung der Risikoabsicherungsinstrumente unter anderem einer Fündigkeitsversicherung. Christian Scholz, Prokurist der FirstGeoTherm GmbH, spricht sich für den Abschluss einer Fündigkeitsversicherung noch vor der Akquise von Investoren aus.
Weitere Themen der 3. Internationalen Geothermiekonferenz waren die Möglichkeiten und Formen der Stimulationen im Untergrund und ihre Relevanz hinsichtlich seismischer Ereignisse. Beiträge zu  Voruntersuchungen auf geochemischer Basis und Ihrer Anwendung sowie Berichte über neue Projekte rundeten das Programm ab.
"Wir freuen uns über den zunehmenden Zuspruch der Finanzbranche. Rund 20 Prozent der 180 Teilnehmer kamen aus dem Kapitalsektor. Dies zeigt, dass das Interesse der Investoren für die Geothermie geweckt ist", schildert Dr. Jochen Schneider vom fesa e.V. Auch die Teilnehmer waren begeistert von der Veranstaltung, vor allem auch über die offene und kritische Betrachtung der tiefen Geothermie, die ein Risiko birgt, aber auch über ein gigantisches Potenzial verfügt.

(ag)
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