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Geothermie-Projekt im Elsass produziert erfolgreich Strom

Bereits in der kommenden Woche soll die vollautomatische Stromproduktion in Soultz-sous-Fôrets gestartet werden. Am 13. Juni 2008 nahm das weltweit erste HFR-Projekt im elsässischen Soultz-sous-Forèts den Probebetrieb auf und produziert über eine ORC-Anlage Strom. Die Anlage hat eine elektrische Leistung von 1.5 MW, womit künftig rund 1.500 Haushalte mit Strom versorgt werden können. Aktuell beträgt die Fließrate 25 l/s bei einer Temperatur von 163 °C. Für die Realisierung dieses Meilensteins in der Entwicklung der Enhanced Geothermal Systems (EGS) hat ein europäisches Forscherteam 21 Jahre lang an dem Pilotprojekt gearbeitet.
An das Kraftwerk angeschlossen sind derzeit nur zwei der drei 5.000 Meter tiefen Bohrungen, die unterirdisch über mechanische und chemische Stimulation des granitischen Wärmereservoirs verbunden sind. Noch ist das Kraftwerk im Probebetrieb, doch in Soultz-sous-Forèts gibt es bereits Pläne für die Zukunft:
Im August soll eine Pumpe im dritten Bohrloch installiert werden und es sollen erste Produktionstests durchgeführt werden. Weiter erklärte Daniel Fritsch, Projektkoordinator der European Economic Interest Group (EEIG), beim RESTMAC Workshop am 18. Juni 2008 in Straßburg, dass in Abhängigkeit dieser Tests im September die Entscheidung für oder gegen eine zweite ORC-Einheit fallen wird, die die Leistung des Kraftwerkes verdoppeln könnte. Albert Genter, Wissenschaftlicher Koordinator der EEIG erläuterte in Straßburg, dass bereits 2005 schon einmal alle drei Bohrungen in einem Zirkulationsversuch eingebunden wurden. Ohne Tauchpumpe sei hier eine Fließrate von 15 l/s und eine Wassertemperatur von 152°C an der Oberfläche, bei einer thermischen Leistung von 5,56 MW gemessen worden. Nach Anschluss der dritten Bohrung könnte heute eine Fließrate von 70 - 100 l/s erwartet werden, so Fritsch.
Seit 1987 wird das Verfahren der Gewinnung von Energie aus heißen, trockenen Tiefengesteinen im elsässischen Soultz-sous-Forèts entwickelt, wobei ein deutlicher Entwicklungssprung in dieser Zeit zu beobachten ist. Interessant sind die geologischen, tektonischen und geophysikalischen Forschungen in Soultz-sous-Forèts insbesondere für deutsche Standorte im Oberrheingraben, denn die geologischen Bedingungen sind ähnlich. Ein internationales Team von Forschern, Ingenieuren und Energiefachleuten aus ganz Europa arbeitete an dem Pilotprojekt Hand in Hand. Betrieben wird das Kraftwerk in Soultz durch die EEIG. Diese entstand 1996 als gemeinsames Unternehmen der Pfalzwerke in Landau und der Electricité de Strasbourg. Seither haben sich dem Projekt weitere europäische Firmen als aktive Mitglieder angeschlossen. Ziel der EEIG ist es, auf der Grundlage des Forschungsprojekts in Soultz-sous-Forèts Erfahrungen über Management und Langzeitverhalten eines Wärmetauschers im tiefen Untergrund zu sammeln.
Dementsprechend hört nun die Forschung in Soultz-sous-Forèts nicht auf. Das thermische, hydraulische und chemische Verhalten des Reservoirs soll weiterhin beobachtet werden, aber auch hinsichtlich der Seismizität, der Erschütterungen und des Lärms werden weitere Studien folgen. Die Forscher werden zudem in Zukunft ein Auge auf die Weiterentwicklung der Kraftwerkstechnik werfen.

(ag)

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