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Impuls für die Geothermie im Norden? Interview mit dem LBEG über den Stand der Machbarkeitsstudien in Niedersachsen

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13 | 2013

Im September vergangenen Jahres hatte die niedersächsische Landesregierung bekannt gegeben, Machkarkeitsstudien für Tiefengeothermieprojekte mit insgesamt einer Million Euro zu fördern. Damit will die Landesregierung der stockenden Entwicklung der tiefen Geothermie in Norddeutschland neuen Schwung verleihen.

Das Informationsportal Tiefe Geothermie sprach mit Dr. Robert Schöner und Dr. Wolfgang Wirth vom Zentrum Tiefen Geothermie, Oberflächennahe Geothermie am Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) über den aktuellen Stand und darüber, wie es in den kommenden Monaten weitergehen wird.

 

Seit dem letzten Jahr gibt es eine Förderung durch das Land Niedersachen für Machbarkeitsstudien von Geothermieprojekte im Land. Gefördert wird die Erkundung in Bad Bevensen, in Sögel, in Emden, am Flughafen Hannover und in Wunstorf. Gibt es bereits Ergebnisse der Machbarkeitsstudie?

Voraussetzung für die Förderung war eine Vorstudie mit einer erfolgsversprechenden Projektbewertung. Insofern liegen grundlegende Kenntnisse über Geologie und mögliche geothermische Potenziale an allen fünf Standorten vor. Von den meisten Projekten wissen wir, dass mit der Sichtung vorhandener Bohrungs- und Seismikdaten begonnen wurde. Für Bad Bevensen wurde die erste Phase der Machbarkeitsstudie bereits fertigstellt und im September diesen Jahres dem Verwaltungsausschuss der Kurstadt vorgestellt. Für die übrigen Projekte sind erste Ergebnisse aus der gerade beginnenden Phase der intensiveren Erkundung für das kommende Jahr zu erwarten.

 

Was schließt die Machbarkeitsstudie alles ein?

Begleitend zu dem Förderprogramm des Landes hat das LBEG ein Merkblatt zur Erstellung von Machbarkeitsstudien für Tiefen-Geothermieprojekte herausgegeben, das für jedermann frei verfügbar auf unserer Internet-Seite zum Download bereit steht. Darin wird auch festgelegt, welche Inhalte wir in einer Machbarkeitsstudie erwarten. Dies sind: Recherche und Auswertung bekannter Daten, Erstellung eines geologischen 3D-Modells, Entwicklung möglicher Nutzungskonzepte, Wirtschaftlichkeitsanalyse der mögliche Nutzungskonzepte, Diskussion möglicher Risiken und natürlich Schlussfolgerungen und Handlungsempfehlungen für das weitere Vorgehen. Eine eigene Seismik kann Inhalt der Machbarkeitsstudie sein, wird jedoch aus Finanzierungsgründen häufig erst in einem darauffolgenden Projektstadium erfolgen, wenn die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie die Bereitschaft zur Investition in eine solche Messung fördern.

 

Welche Schritte sind nach den Machbarkeitsstudien noch notwendig bis ein Projekt die Bohrreife erreicht?

Zunächst wird es sinnvoll sein, als Ergänzung eine Probability-of-Success-Studie zu erstellen. Sie ist Voraussetzung für den Abschluss einer Fündigkeitsrisikoversicherung. Danach wird in der Regel eine 3D-Seismik erforderlich sein. Nur in Ausnahmefällen wird eine 2D-Seismik genügen. Eher unwahrscheinlich ist, dass die Datenlage an einem Standort bereits gut genug ist, um ganz auf eine seismische Untersuchung verzichten zu können. Aus der Machbarkeitsstudie kann sich auch darüber hinaus die Notwendigkeit weiterer Untersuchungen ergeben, um das Erfolgsrisiko des Projektes weiter zu minimieren. Danach besteht die größte Herausforderung in der Suche nach Investoren. Finden sich diese, so sind die weiteren Schritte: das Abteufen der ersten und nachfolgend ggf. der weiteren Bohrungen, der Bau der obertägigen Anlage und die Aufnahme der Produktion.

 

Gibt es weitere Projekte in der Vorbereitung im Norddeutschen Becken?

Im Zuständigkeitsbereich des LBEG als Bergbehörde für die Länder Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Hamburg und Bremen gibt es derzeit zwölf Erlaubnisfelder zur Aufsuchung von Erdwärme. Diese sind auf unserem Internet-Kartenserver für jedermann frei ersichtlich. Darüber hinaus gibt es weitere Projektideen, die hoffentlich noch konkretere Formen annehmen werden.

 

Dr. Robert Schöner wird im Rahmen der 6. Norddeutschen Geothermietagung, die vom 23. bis 24. Oktober in Hannover stattfindet vertieft auf die Machbarkeitsstudien eingehen und auch für Fragen zur Verfügung stehen. Weitere Informationen und  Anmeldung unter www.norddeutsche-geothermietagung.de. Am 15. Oktober ist Anmeldeschluss. Spätere Anmeldungen, auch bei der Tagung selbst, sind möglich, jedoch mit höheren Teilnehmerbeiträgen verbunden.

 

(ag)

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