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Vielversprechende Prognosen für die Entwicklung der tiefen Geothermie

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06/2009

National und international ist in den vergangenen Jahren ein gestiegenes Interesse an der Realisierung von Geothermieprojekten zu verzeichnen. Folgerichtig wird sowohl für Deutschland als auch für die Länder der Europäischen Union ein deutliches Wachstum der installierten geothermischen Leistung prognostiziert: So sollen gemäß dem kürzlich veröffentlichten Geothermiebericht des Bundeskabinetts im Jahr 2020 über 50 Geothermiekraftwerke in Deutschland zur Energiegewinnung beitragen. Laut dem Europäischen Geothermieverband EGEC soll die Geothermie im Jahr 2030 fünf Prozent des gesamten europäischen Stromverbrauchs decken.

Derzeit sind in Deutschland drei Heizkraftwerke zur kombinierten Strom- und Wärmeerzeugung in Betrieb sowie 10 Heizwerke, die Wärmenetze versorgen. Die installierte Leistung beläuft sich auf 7,4 MW el und 100 MW th. Dieser Kraftwerkspark wird in den kommenden Jahren weiter wachsen: Dank angepasster gesetzlicher Regelungen und neuen Förderbedingungen im Marktanreizprogramm sind im vergangenen Jahr etwa 20 Projektplanungen initiiert und rund 180 Erlaubnisse und Bewilligungen zur Aufsuchung von Erdwärme erteilt worden. Nach Branchenangaben beläuft sich das Investitionsvolumen hierbei voraussichtlich auf rund 200 Millionen Euro. Mitte Mai verabschiedete das Bundeskabinett den Geothermiebericht, der eine Prognose für den weiteren Ausbau der geothermischen Leistung wagt. Demnach soll die installierte elektrische Leistung bis 2020 auf 280 MW wachsen und damit vierzig Mal höher sein als heute. Der Prognose zufolge werden dann 50 Geothermiekraftwerke in Betrieb sein, die jährlich rund 1,8 Terawattstunden Strom zur Verfügung stellen. Für den Bereich der Wärmeerzeugung werden insgesamt 8,2 Milliarden Kilowattstunden geothermische Wärme pro Jahr erwartet. Bis zum Jahr 2030 wird mit einer Beschleunigung des Wachstums und einer Steigerung der installierten elektrischen Leistung auf bis zu 850 Megawatt gerechnet. Um diese Ziele zu erreichen, bedarf es den im Geothermiebericht ausgesprochenen Empfehlungen zufolge einer umfassenden Überprüfung der Wirksamkeit und des Zusammenspiels der Förderinstrumente, einer Stärkung der Forschungsaktivitäten vor allem im Bereich der petrothermalen Geothermieprojekte, sowie einer Verbesserung der rechtlichen Rahmenbedingungen.

In Europa (EU-27) liegt die installierte elektrische Leistung von Geothermieanlagen gegenwärtig bei etwa 1000 Megawatt. Diese Anlagen produzieren laut dem Europäischen Geothermie-Verband EGEC acht Terawattstunden Strom pro Jahr. Mitte Februar dieses Jahres veröffentliche der Verband im Rahmen seiner „Brüsseler Erklärung 2009“ Prognosen für die Entwicklung der Geothermie in den kommenden zehn bzw. zwanzig Jahren. Demnach hält es der EGEC für realistisch, dass bis 2020 europaweit eine geothermische Leistung von bis zu 6000 Megawatt installiert sein wird und die Kraftwerke insgesamt fast 50 Terawattstunden Strom pro Jahr erzeugen - vor allem bei stetiger Zunahme von Enhanced Geothermal Systems. Bis 2030, so der EGEC, könne die Geothermie dann fünf Prozent des europäischen Stromverbrauchs liefern. Im Wärmebereich wird ein Anteil von 3,5 Prozent erwartet.

Weltweit stehen heute bereits in 24 Ländern 10 Gigawatt elektrische und 70 Gigawatt thermische geothermische Leistung zur Verfügung. Nach Angaben der US-amerikanischen Geothermal Energy Association (GEA) genug, um den Energiebedarf von 60 Millionen Menschen zu decken. Prognosen von Experten zu Folge wird sich die elektrische Leistung bis zum Jahr 2020 auf 24 Gigawatt und die thermische Leistung auf 173 Gigawatt erhöhen. Bis 2030 sehen Prognosen einen enormen globalen Anstieg auf 450 Gigawatt elektrisch und 336 Gigawatt thermisch*.

Die Zahlen zur Situation der Geothermie weltweit, sind mit gewisser Vorsicht zu genießen, da eine uneinheitliche Ressourcenerfassung und lückenhaften Datenlage eine Darstellung der geothermischen Ressourcen und der derzeitigen geothermischen Energienutzung erschweren.
Jeweils neu zusammengestellt werden dieses Zahlen in den „Country Reports“ anlässlich der alle fünf Jahre stattfindenden geothermischen Weltkongresse (WGC) der International Geothermal Association (IGA). Die nächste Erhebung wird 2010 im Zuge des Kongresses in Bali veröffentlicht. Die Datensammlungen für die europäischen Länder werden im Zuge des alle drei Jahre tagenden europäischen Kongresses (EGC) veröffentlicht.

* Daten aus
Fridleifsson, I.B., R. Bertani, E. Huenges, J. W. Lund, A. Ragnarsson, and L. Rybach (2008): The possible role and contribution of geothermal energy to the mitigation of climate change. In: O. Hohmeyer and T. Trittin (Eds.) IPCC Scoping Meeting on Renewable Energy Sources, Proceedings, Luebeck, Germany, 20-25 January 2008, 59-80.

(ag)

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