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Bohrloch in Basel soll geöffnet werden

20. Juni 2017

Zur Druckminimierung soll Anfang Juli das 2011 verschlossene Bohrloch in Basel wieder geöffnet werden. Die basel-städtischen Behörden haben das technische Konzept jetzt bewilligt, das die IWB zur kontrollierten Öffnung erarbeitet hat, wie das Gesundheitsdepartment letzte Woche mitteilte.

Das bewilligte technische Konzept sieht eine stufenweise Öffnung und ein kontrolliertes Ablassen des Drucks über einen Zeitraum von zehn Wochen vor. Bei den ersten beiden Öffnungen wird lediglich 0.5 bar Druck abgelassen. Stellen die Verantwortlichen nur eine geringe oder gar keine Seismizität fest, fahren sie mit den Arbeiten fort und erhöhen die Ablassrate auf 1 bar-Schritte. Zwischen jedem Ablass wird eine Woche gewartet sowie die Entwicklung der Seismizität und der Druckkurve evaluiert. Das Bohrloch kann während des Druckabbaus jederzeit verschlossen werden.

Der Schweizerische Erdbebendienst (SED) an der ETH Zürich hat die seismologische Überwachung im Auftrag des Kantons Basel-Stadt und mit Unterstützung von IWB verstärkt. Neben der routinemässigen Überwachung führt der SED täglich eine hoch detaillierte Suche nach Erdbeben im bohrlochnahen Bereich durch und leitet die Ergebnisse automatisch dem Kanton und IWB weiter. Diese Erdbebenmeldungen sind die Grundlage eines von IWB definierten Ampelsystems, das eine wichtige Massnahme zur Reduktion des Erdbebenrisikos darstellt. Alle Erdbeben, welche der SED aufzeichnet, werden umgehend auf seiner Website veröffentlicht (Link siehe unter Hinweise).

Ziel: Wahrscheinlichkeit eines spürbaren Bebens deutlich verringern

Das Öffnen des Bohrloches hatte das Gesundheitsdepartement Basel-Stadt als zuständige Behörde zur Gefahrenprävention in Absprache mit IWB und dem kantonalen Amt für Umwelt und Energie Ende März 2017 verfügt, nachdem der SED in den vergangenen Monaten eine erhöhte Seismizität festgestellt hatte. Die Verfügung erfolgte, um die Wahrscheinlichkeit eines für die Bevölkerung spürbaren Bebens zu verringern. Das stärkste, seit Herbst 2016 festgestellte Ereignis hatte eine Magnitude von 1.9. Etwa ab einer Magnitude von 2.5 sind Erdbeben für Menschen spürbar.

Das Ziel, die Wahrscheinlichkeit eines spürbaren Bebens zu verringern, hat oberste Priorität. Die Experten schliessen jedoch nicht aus, dass selbst nach erfolgter Öffnung des Bohrlochs in den nächsten Jahren ein spürbares Erdbeben auftreten kann, wobei nach heutiger Einschätzung Schadensbeben unwahrscheinlich bleiben.

Langfristige Sicherung

Es ist weiter geplant, nach der Öffnung das Geothermie-Bohrloch für mehrere Jahre in geöffnetem Zustand zu belassen und so einen erneuten Druckaufbau zu verhindern. Auf Basis der Erkenntnisse, die während der Öffnungsphase diesen Sommer anfallen, soll in einem nächsten Schritt ein zweites Konzept erarbeitet werden, um das Bohrloch langfristig zu sichern. (js)

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