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Gewinnung von Erdwärme aus Erdöl- und Erdgasbohrungen

8. März 2017

Das Geothermieforum Niedersachsen hat heute einen Bericht zur Gewinnung von Erdwärme aus ehemaligen, noch offenen Erdgas- und Erdölbohrungen veröffentlicht. Die Publikation beinhaltet rechtliche Rahmenbedingungen zur Folgenutzung von Bohrungen, wie das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie in einer Pressemeldung mitteilt.

In Niedersachsen existieren mehr als 10.000 Bohrungen mit einer Tiefe von über 400 Metern. Die meisten sind Erkundungsbohrungen, die nicht fündig waren, oder aufgegebene Produktionsbohrungen. Viele dieser Bohrungen enden in Gesteinshorizonten, die Temperaturen von mehr als 100 °C aufweisen. Im Einzelfall bieten sie eine attraktive Möglichkeit für die Gewinnung von Erdwärme. Investitionen und Risiken sind dabei wesentlich geringer, als bei Geothermieprojekten, für die eine Neubohrung notwendig ist.

Voraussetzung für eine geothermische Nachnutzung ist eine ausreichende Wärmeabnahme am Standort. Im rheinland-pfälzischen Landau werden beispielsweise zwei ehemalige, nicht mehr ausreichend ergiebige Erdölproduktionsbohrungen genutzt, um ein Freizeitbad und ein Autohaus mit Wärme zu versorgen. Im oberösterreichischen Neukirchen an der Vöckla dient eine zur Erdwärmesonde umfunktionierte ehemalige Erkundungsbohrung als Ergänzung eines Biomasseheizwerks. Eine geothermische Nachnutzung in größerem Maßstab plant in Niedersachsen die HeideGeo GmbH. Sie möchte bei Munster eine ehemalige Erdgasproduktionsbohrung zusammen mit einer zweiten, neuen Bohrung zur Versorgung der örtlichen Bundeswehrliegenschaften und angrenzender öffentlicher Einrichtungen mit Wärme und Strom nutzen.

Das „Geothermieforum Niedersachsen“ ist eine Plattform zum Austausch von Informationen zur Geothermie, insbesondere für den Erfahrungstransfer aus der Erdgas/Erdöl- in die Geothermiebranche. Es wird vom LBEG und dem Bundesverband Erdgas, Erdöl und Geoenergie e. V. (BVEG) in Zusammenarbeit mit dem Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr organisiert. Mitherausgeber des Berichts zur geothermischen Nachnutzung offener Bohrungen ist der Geoenergy Celle e.V.

Der neue Bericht wird auch Thema auf der 9. Norddeutschen Geothermietagung am 3. Mai 2017 im Geozentrum Hannover sein. Das LBEG wird ihn an einem Stand in der Ausstellung vorstellen und es gibt einen Vortrag über die geplante Nachnutzung im Projekt Munster. Die vom LBEG mitorganisierte Tagung steht in diesem Jahr unter dem Motto „Regenerative Energieversorgung von Stadtquartieren mit tiefer und oberflächennaher Geothermie“. Anmeldungen bis zum 15. März 2017 erhalten einen Frühbucherrabatt von 10 % auf den regulären Eintrittspreis. (js)

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